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Rat

Änderungsantrag der Ratsfraktion DIE LINKE zur Vorlage JHA/032/2021/1

Änderungsantrag der Ratsfraktion DIE LINKE Düsseldorf zur Sitzung des Rates am 02.06.2021 zu TOP Ö 15 (JHA/032/2021) „Kinder- und Jugendförderplan 2021-2025“ der Sitzung des Rates am 2. Juni 2021:

Im Kinder- und Jugendförderplan 2021-2025, Seite 98, Abschnitt „C 3“ wird der erste Satz ersetzt durch:

„Perspektivisch soll das Angebot des Azubiwohnens nach einer Bedarfsermittlung unter den Auszubildenden im gesamten Stadtgebiet auf mindestens 200 Plätze ausgebaut werden.“

Begründung:
Dem anhaltenden Fachkräftemangel muss auch begegnet werden, indem die Umstände der betrieblichen Ausbildung attraktiver gemacht werden. Dazu müssen nachhaltig ausreichend Wohnmöglichkeiten für junge Auszubildende geschaffen werden. Die Planung für den akuten Bedarf reicht nicht aus. Allein bei der Stadt Düsseldorf starteten erfreulicherweise 450 Auszubildende im Lehrjahr 2020 in eine Berufsausbildung. Die hohe Zahl der Interessent:innen für die Wohnungen in der Dorotheenstraße zeigt akuten Handlungsbedarf der Stadt an.

Der Jugendförderplan beinhaltet die Erkenntnis, dass eine Vielzahl der Auszubildenden in Düsseldorf ursprünglich aus dem Umland kommt. Sogenannte „Pendlerbiographien“ gilt es im Sinne einer guten Work-Life-Balance und unter Bedingungen des Klimanotstands zu vermeiden.

Die Ausbildungsvergütung reicht allerdings in der Regel nicht für eine eigene Wohnung in Düsseldorf. Die Bewerbungsverfahren bei bestehenden, privaten Wohngemeinschaften bergen für junge Auszubildende das Risiko, dass sie am Ende ohne Wohnmöglichkeit in ihre Ausbildung starten beziehungsweise mitten im Lehrjahr umziehen müssen. Das schafft Unsicherheit. Der Wohnungsmarkt in Düsseldorf ist angespannt und die Mietpreise sind besonders für junge Menschen mit geringem Einkommen nicht bezahlbar.

Aus der Sicht der Ratsfraktion DIE LINKE bietet das Azubiwohnen eine Vielzahl von Möglichkeiten, um Auszubildende zu unterstützen, Sicherheit zu vermitteln und die Problematik der zu niedrigen Ausbildungsvergütungen in einer Stadt mit explodierenden Mietpreisen aufzufangen. So kann auch die Landeshauptstadt als Ausbildungsstandort noch attraktiver gemacht werden.

Mit freundlichen Grüßen

Julia Marmulla          Anja Vorspel