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Ausschuss für Gesundheit und Soziales

Ärztemangel in Düsseldorf

Anfrage der Fraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales am 04. März 2020:

Seit einigen Jahren nimmt der Mangel an Ärztinnen und Ärzten in Deutschland zu. Besonders ländliche Gebiete sind zunehmend unterversorgt. Aber auch in Großstädten wie Düsseldorf scheint die Zahl der kassenärztlichen Praxen abzunehmen. Insbesondere bei Haus- und KinderärztInnen haben Einwohnerinnen und Einwohner zunehmend Probleme, Praxen in ihrem Bezirk zu finden. Größere Probleme sind dabei in den Randbezirken festzustellen. Ursachen sind zum Einen, dass ÄrztInnen, die ihre Praxen aufgeben, keine NachfolgerInnen finden, zum Anderen, dass junge ÄrztInnen immer weniger das finanzielle Risiko einer Praxiseinrichtung auf sich nehmen wollen.

In diesem Zusammenhang stellt DIE LINKE Ratsfraktion folgende Anfrage:

  1. Wie sieht die Versorgung mit kassenärztlichen Praxen in Düsseldorf aus (wir bitten um Aufstellung nach Fachrichtungen und Bezirken)?
     
  2. Gibt es Kontakte zwischen Verwaltung und kassenärztlicher Vereinigung im Hinblick auf eine ausreichende medizinische Versorgung aller Bezirke in Düsseldorf?
     
  3. Welche Möglichkeiten gibt es von Seiten der Stadt Düsseldorf, Einfluss auf eine ausreichende Versorgung der Stadtteile mit kassenärztlichen Praxen zu nehmen?

Mit freundlichen Grüßen
 

Angelika Kraft-Dlangamandla            Cornelia Schlemper             Sophie Würdemann

 

Antwort der Verwaltung am 04.03.2020 (Beigeordneter Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke)

zu Frage 1: Auf entsprechende Anfrage der Verwaltung hat die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein mit Schreiben vom 26.02.2020 hierzu zuständigkeitshalber wie folgt Stellung genommen:
„[…] Für die haus- und die allgemein fachärztliche Versorgungsebene stellt sich die vertragsärztliche Versorgung im Planungsbereich Düsseldorf folgendermaßen dar:

 

Fachgruppe

Anzahl Ärzte Anrechnungsfaktor ohne Ermächtigung

Versorgungsgrad

in %

Offene Sitze zum Zeitpunkt der Veröffentlichung

Hausärzte

399,05

109,9

0

Augenärzte

56,25

125,6

0

Chirurgen und Orthopäden

92,5

143,3

0

Frauenärzte

110

121,4

0

Hautärzte

33

117,1

0

HNO-Ärzte

43

125,8

0

Kinder- und Jugendärzte

46,5

96,5

6,5

Nervenärzte

53,4

123,6

0

Psychotherapeuten

280,45

142,6

0

Urologen

25,75

122,4

0

 

Grundlage für die Bedarfsplanung der vertragsärztlichen Versorgung ist die bundesweit einheitliche Bedarfsplanungs-Richtlinie. Diese sieht für jede Fachgruppe als Sollgröße eine sog. Verhältniszahl vor, die angibt, auf wie viele Bürger*innen in einem Planungsbereich ein Arztsitz entfallen soll. Aus der Relation zwischen der Anzahl der Ist- und Sollzahl an Sitzen lässt sich der oben dargestellte Versorgungsgrad berechnen. Übersteigt dieser für eine Fachgruppe in einem Planungsbereich 110% (Ausnahme ist die hausärztliche Fachgruppe, wo aktuell temporär die Sperrgrenze im KV-Gebiet Nordrhein bei 100% liegt), ist dieses Gebiet für zusätzliche Niederlassungen gesperrt.
Die Bedarfsplanungs-Richtlinie wurde 2019 neu gefasst, was u.a. eine Absenkung der Verhältniszahlen für Kinder- und Jugendärzte beinhaltete. Dies führte dazu, dass in Düsseldorf 6,5 zusätzliche Arztsitze für diese Fachgruppe ausgewiesen wurden. Bei der Besetzung dieser Sitze werden zunächst Zulassungs- und Leistungsbeschränkungen für im „Jobsharing“ zugelassene und angestellte Vertragsärzte beendet. In allen anderen Fachgruppen existieren im Planungsbereich Düsseldorf keine offenen Arztsitze.
Die Bedarfsplanungs-Richtlinie betrachtet Düsseldorf als kreisfreie Stadt sowohl für Hausärzte als auch die oben aufgeführten Facharztgruppen als einen zusammenhängenden Planungsbereich, innerhalb dessen eine ausreichende Ver-sorgung sichergestellt werden muss. Ad hoc liegen keine vergleichbaren Zahlen auf Ebene der Stadtbezirke vor. Die Erstellung einer bezirksbezogenen Übersicht ist aufgrund der Kurzfristigkeit und der Karnevalstage leider nicht leistbar […]“.

zu Frage 2 und 3: Die Verwaltung steht in einem ständigen Austausch mit der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein zu verschiedensten Themenbereichen. Hierzu gehört selbstverständlich auch die ärztliche Versorgung innerhalb des Stadtgebietes.
Aufgrund der bestehenden alleinigen Zuständigkeit der kassenärztlichen Vereinigungen bei der Sicherstellung eines ausreichenden Versorgungsangebotes besteht für die Stadt Düsseldorf allerdings keine Möglichkeit einer direkten Einflussnahme.
Gleichwohl ist die Landeshauptstadt Düsseldorf sowohl über den Städtetag NRW mit Zielrichtung Landesregierung als auch über die Mitglieder des Bundestages aktiv geworden.