Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Gleichstellungsausschuss

Benennung von Straßen, Wegen und Plätzen nach weiblichen Persönlichkeiten

Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE zur des Gleichstellungsausschusses am 9.03.2021:

Laut dem Abschlussbericht des Beirats zur Überprüfung Düsseldorfer Straßen-und Platzbenennungen gibt es fast 3.500 Straßen, Wege und Plätze in Düsseldorf.

Aus einer Anfrage im Gleichstellungsausschuss vom 21.04.2015 ging hervor, dass 70 Prozent der Straßen, Wege und Plätze in der Landeshauptstadt Düsseldorf nach historischen Ortsbezügen, Städten, Pflanzen, Baumarten, etc. benannt sind. Von den restlichen 30 Prozent sind 27 Prozent der Bezeichnungen nach Männern benannt. Lediglich die restlichen 3 Prozent, das sind in etwa 100 der Straßen, Wege und Plätze, sind nach Frauen benannt.

In Juni 2020 gab der Leiter des Stadtarchivs, Benedikt Mauer, aufNachfrage der Rheinischen Post bekannt, dass auch im Jahr 2020 weiterhin nur 3 Prozent der Straßennamen nach Frauen benannt sind.

Seit 2013 spricht sich die DIE LINKE Düsseldorf dafür aus, dass bei der Namensgebung öffentlicher Orte (Straßen, Plätze, Gebäude, Brücken etc.) solange nur Frauen berücksichtigt werden, bis ein Gleichgewicht zwischen Namen von Frauen und Männern hergestellt ist.

Die LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:

  1.  Wie viele und welche Straßen, Wege und Plätze sind seit der Sitzung des Ausschusses für Gleichstellung vom 21.04.2015 nach Frauen benannt worden (aufgeschlüsselt nach Stadtbezirken)?
     
  2.  Wie viele Straßen, Wege und Plätze in Düsseldorf sind insgesamt nach Männern, wie viele nach Frauen benannt (in Zahlen und prozentual und aufgeschlüsselt auf die Stadtbezirke)?
     
  3. Welche Maßnahmen werden ergriffen bzw. sind nötig, um die Anzahl der Straßen, Wege und Plätze mit Frauennamen maßgeblich zu erhöhen?

Mit freundlichen Grüßen

Mareike Götzinger                      Petra Müller-Gehl                           Inge Heuschen

 

Die Beantwortung der Fragen erfolgt seitens des Vermessungs- und Katasteramtes:

Zu Fragen 1 und 2:
Die Stadt Düsseldorf hat circa 2840 benannte Straßen, Wege und Plätze. Davon sind circa 923 nach Personen benannt, die sich in circa 839 männliche Benennungen und lediglich 84 weibliche Benennungen aufteilen.

Im angefragten Zeitraum konnte die Stadt Düsseldorf circa 30 Straßen, Wege und Plätze neu benennen, wobei 14 Straßen nach Frauen benannt wurden.

Eine Aufteilung nach Stadtteilen und/oder Stadtbezirken erscheint nicht vonnöten. Straßenbenennungen sind nicht homogen über das gesamte Stadtgebiet verteilt, da Neubenennungen hauptsächlich in Neubaugebieten stattfinden, und nicht in allen Stadteilen gleichmäßige Bautätigkeit gegeben ist.

Zu Frage 3:
Die Frage 3 lässt sich nicht eindeutig beantworten, da in diesem Punkt neben der Verwaltung auch die Politik gefordert ist. Benennungen und Umbenennungen beschließen der Stadtrat oder die entsprechenden Bezirksvertretungen.

Es zeichnet sich eine Zunahme der Benennungen nach Frauen in Düsseldorf ab.

Gesetzliche Vorschriften zur gleichgestellten Benennung von Straßen und Plätzen gibt es nicht. Die Stadt Düsseldorf hat es sich jedoch zum Ziel gesetzt, den Anteil der Straßenbenennungen nach Frauen paritätisch zu erhöhen. Das Gleichstellungsbüro, die Mahn- und Gedenkstätte, das Stadtarchiv und nicht zuletzt das Vermessungs-  und Katasteramt arbeiten gemeinsam daran, das Ungleichgewicht in der geschlechterorientierten Straßenbenennung zugunsten der Parität zu verändern.

Das Stadtarchiv hat gemeinsam mit dem Vermessungs- und Katasteramt und dem Gleichstellungsbüro einen Stadtplan, „Frauenwege in Düsseldorf“ herausgegeben. Die Mahn- und Gedenkstätte erarbeitete mit dem Gleichstellungsbüro und mit Unterstützung durch das Vermessungs- und Katasteramt die Ausstellung „weiblich, mutig, unvergessen“. In den Zielvereinbarungen des Vermessungs- und Katasteramtes ist als Maßnahme zur Erhöhung des Frauenanteils in den Straßenbenennungen eine Vor-tragsreihe zu diesem Thema aufgenommen.

Die Politik kann eine Steuerung zur Straßenbenennung nach Frauen vornehmen. Es besteht die Möglichkeit, Richtlinien zur Straßenbenennung zu erlassen. Eine Quotierung könnte eine Maßnahme sein, sich dem Thema der paritätischen Straßenbenennung zu nähern.