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Ausschuss für Umweltschutz

Daten zu Bewässerungsplänen und Baumschäden veröffentlichen

Anfrage der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Umweltausschusses am 10. Oktober 2019:

Der Klimawandel mit zunehmenden Trockenphasen im Sommer ist eine große Belastung für Bäume auch in Düsseldorfer Parks, Wäldern und Alleen. Die Trockenheit führt zu verminderter Resistenz auch gegen Schädlinge und Krankheiten.

Bereits im Juni dieses Jahres wurden Höchsttemperaturen gemessen. Das Vorjahr war laut Deutschem Wetterdienst das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen vor 138 Jahren. Auch bei den „Heißen Tagen“ mit einer Lufttemperatur von 30 Grad (20 Tage) und mehr und den „Sommertagen“ mit einer Lufttemperatur von 25 Grad (74 Tage) wurden Rekorde aus dem Jahr 2003 übertroffen. Zugleich war 2018 mit 26 Prozent weniger Niederschlag als im Vierjahresmittel das vierttrockenste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Dies hat die Wasservorräte, insbesondere in tieferen Bodenschichten, rapide sinken lassen, so das Dürremonitoring des Helmholtz-Instituts.

Die Stadt begegnet der Trockenheit  laut der Informationsvorlage „Auswirkungen des Hitzesommers 2018 auf den Baumbestand der Landeshauptstadt Düsseldorf“ mit regelmäßiger Bewässerung von 190 besonders gefährdeten sowie schon im vorigen Sommer zusätzlich 453 weiteren Bäume sowie 3.000 Straßenbäumen.  Trotzdem kam es durch die extreme Trockenheit  zu wenigstens  700 toten Bäumen und zusätzlich zu Verlusten bei neuen Anpflanzungen im Stadtwald. Diese Verluste setzen sich fort und werden von den Ämtern kartiert.

DIE LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:

  1. Welche satzungsgeschützten Bäume (außer Straßenbäume) gingen seit 2017 aus welchen Gründen verloren (bitte tabellarisch aufschlüsseln) und wo wurden/werden hierfür Ersatzpflanzungen durchgeführt?
     
  2. Welche Bäume wurden/werden seit 2017 im Sommer regelmäßig oder anlassbezogen durch Gartenamt, Garten- und Landschaftsbaubetriebe, AWISTA, Stadtentwässerungsbetrieb und Feuerwehr gewässert (bitte tabellarisch aufschlüsseln)?
     
  3. Ist geplant, solche Informationen regelmäßig auf dem Open-Data-Portal der Landeshauptstadt zu veröffentlichen und wenn nein, warum nicht?

Mit freundlichen Grüßen

Natalie Meisen                                    Odd Krause                         Rita Kiwitt            

 

Antwort der Verwaltung am 10.10.2019 (Beigeordnete Stulgies)

zu Frage 1: Die Anzahl der Fällungen satzungsgeschützter Bäume (außer Straßenbäume) als Teilmenge aller Baumfällungen ist ab dem Jahr 2018 im Rahmen vorliegender Auswertungen im Detail ermittelbar.
Seit dem Jahr 2018 bis Sommer 2019 mussten 740 satzungsgeschützte Bäume in den Anlagen und auf Friedhöfen gefällt werden. Die erhöhte Anzahl der zu fällenden Bäume ist die Auswirkung der bis in eine Bodentiefe von 1,80 Metern reichenden extremen bis außergewöhnlichen Dürre. Durch die geringen Niederschläge und anhaltenden hohen Temperaturen in den Vegetationsperioden 2018 und 2019 gerieten viele Stadtbäume in Trockenstress. Trockenstress mindert die Abwehrreaktionen von Bäumen und macht sie empfänglicher für Schadorganismen. Die geschwächten Bäume werden leichter von Parasiten besiedelt, was letztendlich zum Absterben der Bäume führen kann.
Seit dem Jahr 2018 werden die Fällungen im Open-Data-Portal (https://opendata.duesseldorf.de/) sowie im Geoportal (http://maps.duesseldorf.de/stadtgruen/) der Landeshauptstadt Düsseldorf veröffentlicht. Neben der Baumart, dem Standort sowie weiteren Informationen ist auch der Grund für die Fällung nachvollziehbar. Darüber hinaus erhalten alle Bezirksvertretungen eine tabellarische Auflistung der jeweils anstehenden Fällungen einschließlich der Begründung für die Fällung.
Bei jeder Baumfällung wird geprüft, ob eine Ersatzpflanzung möglich bzw. sinnvoll ist. Gefällte Einzelbäume in Grünanlagen und auf Friedhöfen werden in der Regel am Standort oder in Standortnähe durch eine Neupflanzung ersetzt. Die Nachpflanzung von Bäumen in geschlossenen Gehölzbeständen an Ort und Stelle ist oftmals fachlich nicht sinnvoll, z.B. aufgrund der Konkurrenz durch andere Gehölze. In der Regel schließen sich dort die Lücken durch das beschleunigte Wachstum der von der Fällung begünstigten Nachbarbäume, durch Naturverjüngung oder durch die Nachpflanzung von Bäumen in Forstwirtschaftsqualität.
Die Erstellung einer tabellarischen Übersicht kann aufgrund des hohen manuellen Aufwandes nicht erfolgen. Hierfür bittet die Verwaltung um Verständnis.

zu Frage 2: Alle neu gepflanzten Bäume werden grundsätzlich in den ersten 4 Standjahren durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gartenamtes bzw. von den mit der Pflanzung beauftragten Firmen des Garten- und Landschaftsbaus in der Vegetationsperiode von April bis August gewässert.
Im Sommer 2018 wurde aufgrund der trockenen und heißen Witterung eine zusätzliche Wässerung von 3.086 Bäumen vorgenommen, davon 1.897 Bäume durch das Gartenamt, die Feuerwehr und den Stadtentwässerungsbetrieb sowie 1.189 Bäume durch beauftragte Unternehmen.
Im Jahr 2019 wurde die Bewässerung weiter ausgebaut. Standen 2018 vor allem Jungbäume und Bäume an problematischen Standorten im Fokus der zusätzlichen Bewässerung, wurden für das Jahr 2019 weitere Kriterien für die zusätzliche Bewässerung zu Grunde gelegt. Die zu wässernden Bäume wurden vier Kategorien zugeordnet:
• Bäume im 1. bis 4. Standjahr,
• Bäume im 5. bis 10. Standjahr,
• Bäume an problematischen Standorten, wie z.B. über Tiefgaragen oder U-Bahntunneln oder in stark versiegelte Flächen,
• Bäume, die in ihrer Entwicklung stagnieren.
Aufgrund des bereits bestehenden Niederschlagsdefizits aus dem Jahr 2018 und der weiter anhaltenden Trockenheit im Jahr 2019 wurde die Anzahl der zusätzlich zu wässernden Bäume gegenüber 2018 deutlich erhöht. Insgesamt wurden 14.082 Bäume bewässert, davon 4.593 Bäume durch das Gartenamt, die Feuerwehr und den Stadtentwässerungsbetrieb und 9.489 Bäume durch beauftragte Unternehmen.
Unterstützung erhielt das Gartenamt von vielen Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger, die dem Aufruf folgten, Jungbäume vor der Haustür zusätzlich zu wässern.

zu Frage 3: Wie in der Beantwortung zur Frage 1 beschrieben, werden die Baumfällungen im Open-Data-Portal sowie im Geoportal der Landeshauptstadt Düsseldorf bereits regelmäßig veröffentlicht.
Die Daten zur Bewässerung dienen verwaltungsintern der Arbeitseinsatzplanung. Eine Veröffentlichung dieser Daten ist nicht vorgesehen, da sie Veränderungen und notwendigen Anpassungen unterliegen. Die Aktualisierung der Daten wäre mit einem sehr hohen personellen Aufwand verbunden, der nicht leistbar ist.