Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Schulausschuss

Erweiterung der Gesamtschulen

Antrag der LINKSFRAKTION Düsseldorf zur Sitzung des Schulausschusses am 14. Oktober 2008 zu den Haushaltsberatungen 2009:

Die in Düsseldorf bestehenden Gesamtschulen werden erweitert. Dazu werden jeweils in der Nähe befindliche Schulen aller Schulformen auslaufend geschlossen und in die Gesamtschulen integriert. Die so frei werdenden Schulgebäude werden den Gesamtschulen zugewiesen. Die entsprechenden Beträge sind im Haushaltsplan einzurechnen.

Begründung:
Düsseldorf kann sich auf Dauer weder die Bildungsbenachteiligung von Kindern aus bildungsfernen Schichten leisten noch das Ignorieren des Elternwillens. Über Jahre hinweg werden an den Düsseldorfer Gesamtschulen fast 300 Schülerinnen und Schüler abgelehnt. Nach allen Bildungsforschern, den PISA- und IGLU-Untersuchungen sowie den Erkenntnissen des Deutschen Städtetags ist das gemeinsame Lernen aller Kinder und Jugendlichen in einem integrierten System unter Ganztagsbedingungen das zukunftsträchtige Modell.

Die Landesregierung setzt derzeit alles daran, das überkommene gegliederte System zu erhalten - sogar durch das Verbot von bildungsplanerischen und damit städteplanerischen Entscheidungen der Kommune. Düsseldorf kann in seinen Schulentscheidungen aber nicht auf eine andere Politik durch andere Mehrheiten im Land warten, sondern muss zügig handeln. Daher bedarf es einer umgehenden Planung, die Schulentwicklung im Sinne des längeren gemeinsamen Lernens zu beginnen.

Düsseldorf verfügt über eine vielfältige Schul-Gebäudelandschaft, die genutzt werden kann. Große Schulen als Verwaltungseinheiten ermöglichen sichere Planungen, ein umfassendes Wahlangebot an Fächern in den Wahlpflichtbereichen wie Sprachen, Naturwissenschaften und Technik sowie den gesellschaftswissenschaftlichen und künstlerisch-gestalterischen Fächern.

Übergroße Schulen schaffen für Kinder Probleme der Orientierung und der fehlenden Beheimatung in einer Schule. Daher ist die Verwendung von übersichtlichen Schulgebäuden gerade in den unteren Jahrgängen für die Schüler/innen entwicklungsfördernd und identitätsstiftend. Insofern ist die Einbeziehung bestehender kleinerer Schulgebäude kein Mangel, sondern ein Vorteil.

Das Argument der Befürworter der Aufteilung in Schulformen, dass Schüler/innen nach Leistung in unterschiedliche Schulen gehen, damit sie dort ihrem Leistungsvermögen entsprechend gefördert werden können, ist nachweislich falsch.

Die vorliegenden Fakten sprechen dagegen:
Nach den Erkenntnissen aller Bildungsforscher (so beispielsweise Prof. Klaus Klemm, Uni Essen) und auch nach den Ergebnissen der internationalen Vergleichstests wie PISA leistet die Aufteilung der Schüler/innen in unterschiedliche Schulen das nicht! In der 9.Klasse leisten die HauptschülerInnen im oberen Drittel genau das gleiche wie mittelmäßige SchülerInnen in der Realschule oder solche im Gymnasium. RealschülerInnen könnten genauso gut im Gymnasium mitkommen.
Auch die leistungsstarken SchülerInnen können so besser gefördert werden. Bei gemeinsamem Unterricht muss von den Lehrern differenziert werden, damit alle SchülerInnen davon profitieren. Im gegliederten Schulsystem geschieht das meistens nicht, da sich dort immer am Durchschnitt orientiert wird. Weder die Schwachen, noch die  Starken werden gefördert.

Wenn die Leistungsschwächeren immer nur unter sich sind, ergibt sich kein Anreiz durch andere Kinder und Jugendliche, etwas zu erforschen. Allein die Lehrkraft bemüht sich, die Schüler/innen zu motivieren. Die Untersuchungen zum Lernen haben aber ergeben, dass Kinder am Besten mit und durch andere Kinder lernen. Also brauchen wir diese Mischung der Kinder, die unterschiedliche Ideen, Fragen und Herangehensweisen haben, damit sie sich gegenseitig anspornen.

Auch in den Gymnasialklassen gibt es „Versager“, nämlich die mit den schlechten Noten und die, die sitzen bleiben. Untersuchungen zeigen, dass durch das Sitzenbleiben das Selbstwertgefühl dieser SchülerInnen stark beschädigt wird – und die Leistungen zum Teil sogar noch weiter abfallen (in den Fächern, derentwegen sie zuvor nicht sitzenblieben).

Leistungsstarke SchülerInnen gewinnen noch mehr Wissen und Verständnis, wenn sie das, was sie  bearbeiten und wissen, anderen erklären!  Zudem profitieren durch individuelle Förderung nicht nur die schwächeren, sondern auch die leistungsstarken Schüler/innen.

Durch die  Aufteilung in bis zu fünf verschiedene Schultypen wird suggeriert, dass die dort unterrichteten SchülerInnen alle den gleichen Stand haben. Dies ist aber gerade nicht der Fall.

Mit freundlichen Grüßen

Gisela Dapprich     Olivia Schwabedissen        Simone Poepl