Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Jugendhilfeausschuss

Fachberatungsstellen für die Kindertagespflege

Anfrage der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 12. März 2019: In Düsseldorf fehlen viele Betreuungsplätze für Kinder. Aktuell sind mehr als 2.000 Kinder ohne Kitaplatz. Die Stadt setzt mittlerweile in großem Umfang auf eine Betreuung in der Kindertagespflege und Großtagespflege. Bei der Kindertagespflege betreuen in kleinen Gruppen Tagesmütter beziehungsweise -väter vorrangig Kinder unter drei Jahren. Bei der Großtagespflege bietet ein Zusammenschluss von zwei oder drei Kindertagespflegepersonen die Option, bis zu neun Kinder gleichzeitig zu betreuen. Aktuell geht ein Drittel der 9.000 betreuten U3-Kinder zu einer Tagesmutter oder einem Tagesvater.

Das Jugendamt hat wesentliche Aufgaben, wie seine Zuständigkeit für die Beratung, Eignungsfeststellung und Vermittlung im Bereich der Kindertagespflege, an sogenannte Fachberatungsstellen übertragen. Die Fachberatungsstellen werden von AWO, SKFM, KiND VAMV Düsseldorf e.V., Diakonie und pme-Familienservice betrieben. Laut städtischer Internetseite sehen die konkreten Aufgaben der Fachberatungsstellen wie folgt aus:

  • Information und Beratung von Eltern zur Kindertagespflege,
  • passgenaue Vermittlung nach den Anforderungen der Eltern an geeignete Tagespflegepersonen,
  • fachliche Begleitung von laufenden Betreuungsverhältnissen (z.B. durch Hausbesuche),
  • Anlaufstelle für Eltern und Tagespflegepersonen bei Fragen und Problem in laufenden Betreuungsverhältnissen,
  • Gewinnung von Tagespflegepersonen,
  • Überprüfung der Tagespflegepersonen auf ihre persönliche und fachliche Eignung,
  • fachliche Beratung, Begleitung und Fortbildung von Tagespflegepersonen,
  • Umsetzung des Vertretungsmodells des Jugendamtes,
  • Beratung und Begleitung der Familienzentren zum Thema Kindertagespflege. 

DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:

  1. Wie viele Fachberatungsstellen gibt es in Düsseldorf und für wie viele Kindertagespflege- und Großtagespflege-Angebote sind sie jeweils zuständig (aufgeschlüsselt nach Träger)?
     
  2. Wie werden die Fachberatungsstellen durch das Jugendamt ausgewählt, anerkannt und kontrolliert?
     
  3. Welche der Fachberatungsstellen-Betreiber unterhalten eigene Betreuungsangebote und wie wird verhindert, dass es bei Vermittlungen oder Problemen zu Interessenskonflikten kommt?

Mit freundlichen Grüßen

Lukas Reichert                                  Jacqueline Kiefer

 

Antwort der Verwaltung am 12.03.2019 (Stadtdirektor Hintzsche)

zu Frage 1: Es gibt fünf Fachberatungsstellen bei den freien Trägern, die im Verbund mit den öffentlichen Trägern der Jugendhilfe zusammenarbeiten. Grundsätzlich steht es den Tagespflegepersonen frei, sich selber eine Fachberatungsstelle auszusuchen. Im Rahmen der Trägervielfalt werden in Düsseldorf 5 verschiedene Beratungsstellen angeboten.
Die Arbeit der Fachberatungsstellen wird durch vierteljährige Dokumentation in einer Quartalsstatistik dargestellt. Daraus ergeben sich folgende Daten:

Träger

Anzahl
Tagespflegepersonen

Anzahl
Großtagespflegestellen

AWO

141

21

Diakonie

306

27

KiND VAMV

465

84

pme Familienservice

127

12

SKFM

113

2

 

zu Frage 2: Die Auswahl der Fachberatungsstellen erfolgte auf der Grundlage von Interessensbekundungen der freien Träger. Die Leistung basiert auf Produkt- und Aufgabenvereinbarungen zwischen Jugendamt und dem jeweiligen Träger. Die Kontrolle erfolgt über jährliche Verwendungsnachweise.
Die Endprüfung der vorgelegten Unterlagen und die Erteilung der Pflegeerlaubnisse nach § 43 SGB VIII obliegt als hoheitliche Aufgabe ausschließlich dem Jugendamt.

zu Frage 3: Großtagespflegestellen der freien Träger, die im Verbund der Kindertagespflege zusätzlich Fachberatung anbieten, sind:
AWO:                                5 Großtagespflegestellen
pme Familienservice:    3 Großtagespflegestellen
Die Fachberatung beinhaltet die Sicherung der pädagogischen Qualität. Hierbei geht es darum, die Kindertagespflege so auszugestalten und weiterzuentwickeln, dass sie den Empfehlungen und Richtlinien entspricht. Letztlich geht es darum, die Umsetzung der Kindertagespflege gegenüber den Eltern, Kindern und Kindertagespflegepersonen so zu gewährleisten, dass sie die fachlichen Standards erfüllt. Die trägerspezifische Fachberatung stellt in Düsseldorf eine Ausnahme dar, während im System der Tageseinrichtungen für Kinder Fachberatung ausschließlich bei den jeweiligen Trägern verortet ist. Die Großtagespflegestellen der AWO sind im Vorgriff für zukünftige Kitas eingerichtet. Hierdurch ist bereits der Zusammenhang zur Fachberatung gegeben.
Die Steuerung und Kontrolle des Fachberatungssystems der Kindertagespflege fällt in den Bereich des Jugendamtes als öffentlicher Träger der Jugendhilfe. Dies beinhaltet alle hoheitlichen Aufgaben, die im Schwerpunkt die Erteilung und den Entzug der Pflegeerlaubnis, die Klärung von rechtlichen Fragen und die Gewährung der Geldleistungen mit sich bringen. Deutlich wird dies auch durch § 43 SGB VIII. Dort heißt es, dass die Kindertagespflegepersonen den öffentlichen Träger über wichtige Ereignisse zu unterrichten haben.
Bei Interessenskollisionen und Konflikten können sich alle Verfahrensbeteiligten an das Jugendamt wenden. Im Rahmen des Verbundes praktizieren Jugendamt und Träger der Fachberatungen einen engen Austausch, vor allem für die Kernbereiche von Eignungsfeststellung, Qualifizierung und prozessbegleitender Beratung.