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Gleichstellungsausschuss

Hebammenmangel in Düsseldorf

Anfrage der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Gleichstellungsausschusses am 05. Juni 2018:

Bereits im Jahr 2010 berichtete der „Kreisverband Düsseldorf des Landesverbandes der Hebammen NRW“ im Gleichstellungsausschuss über die schlechte Situation der freiberuflichen Hebammen. Es fehlte in Düsseldorf nach seinen Angaben, der Anreiz für Hebammen freiberuflich tätig zu werden.

Zur Verbesserung der Situation wurde vorgeschlagen, eine Hebammenzentrale in Düsseldorf einzurichten. In den folgenden Jahren thematisierte DIE LINKE diesen Vorschlag mehrmals in den städtischen Gremien. Seit Mai 2015 gibt es endlich eine solche Hebammenzentrale in Düsseldorf. Diese ist dem Geburtshaus angegliedert und wird von der Stadt finanziert.

Die Hebammenzentrale ist eine koordinierende Stelle, die dafür sorgt, dass die Hebammensuche für Frauen und Hebammen effektiv und mit weniger Arbeit verbunden ist. Das Leistungsspektrum umfasst die Hebammenvermittlung, die Organisation von Fortbildungen und die interdisziplinäre Netzwerkpflege. 

Allerdings führt der Hebammenmangel auch in Düsseldorf immer mehr dazu, dass Anfragen von Schwangeren abgelehnt werden. Die gravierende Unterversorgung hat vielfältige Ursachen und erstreckt sich über fehlende Anreize, diesen Beruf zu ergreifen über exorbitant hohe Haftpflichtprämien, umfangreiche Arbeitszeiten bis hin zu Mobilitätshindernissen bei Hausbesuchen in Bezug auf die Parkplatzsituation in einigen Düsseldorfer Stadtteilen. 

Das, was Hebammen leisten, ist kein Wellness-Programm, sondern notwendige, von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlte, medizinische Kontrolle. Darüber hinaus leisten die Hebammen auch die Unterstützung, die Eltern während und nach einer Schwangerschaft benötigen.

DIE LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf fragt an: 

  1. Wie viele freiberufliche Hebammen sind seit Bestehen der Hebammenzentrale in Düsseldorf tätig (aufgeschlüsselt nach Jahren)?
     
  2. Wie vielen Anfragen von werdenden Eltern konnten seit Bestehen der Hebammenzentrale nicht entsprochen werden und wie ist der Betreuungsschlüssel (aufgeschlüsselt nach Jahren)? 
     
  3. Welche konkreten Maßnahmen werden auf kommunaler Ebene in Düsseldorf ergriffen, um die Situation der Hebammen und die der werdenden Eltern zu verbessern?

Freundliche Grüße
 

Petra Müller-Gehl              Angelika Kraft-Dlangamandla             Cornelia Schlemper

 

Antwort der Verwaltung am 05.06.2018

Zur o.g. Anfrage wird aus Sicht des Amtes 53 wie folgt Stellung genommen:

zu Frage 1: Auf entsprechende Anfrage teilt die Hebammenzentrale mit, dass sich die Anzahl der Hebammen, die mit der Hebammenzentrale kooperieren und aktiv vermittelbar sind, im Zeitraum 2015 bis heute von 53 auf 94 erhöht hat (2015: 53; 2016: 84; 2017: 90; April 2018: 94 Hebammen). Darüber hinaus besteht ein Kontakt zu ca. 60 weiteren Hebammen, die gelegentlich kurzfristige bzw. akute Anfragen übernehmen oder sonstige Angebote der Hebammenzentrale in Anspruch nehmen (z.B. Fortbildungen, Vernetzungsveranstaltungen etc.).

zu Frage 2: Seit April 2015 bis April 2018 konnte bei ca. 2.400 Anfragen eine Vermittlung einer Hebamme nicht erfolgen (2015: 68; 2016: 711; 2017: 923; April 2018: 689 Anfragen). Im Rahmen von bei diesen Fällen durchgeführten Recherchen konnte allerdings festgestellt werden, dass einige Familien auf anderem Wege eine Versorgung erhielten.
Der Betreuungsschlüssel pro Hebamme variiert stark und liegt in einer Bandbreite zwischen 2 und 10 betreuten Familien pro Monat. Für die Mehrzahl der Hebammen ist von einer Zahl von etwa 4-5 betreuten Familien pro Monat auszugehen.

zu Frage 3: Wie die Antworten zu den Fragen 1 und 2 zeigen, konnte mit der erfolgten Einrichtung einer Hebammenzentrale ein wichtiges und erfolgreiches Angebot geschaffen werden, das bereits deutliche Verbesserungen sowohl für die betroffenen Familien als auch für die Hebammen selber geschaffen hat.
Die Hebammenzentrale wird durch die Landeshauptstadt Düsseldorf aktuell mit einem Betrag in Höhe von 105.000 € finanziell gefördert. Angesichts des bestehenden Bedarfes ist beabsichtigt, diese Förderung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel auch zukünftig zu gewähren.
Um die innerstädtische Mobilität der Hebammen zu stärken, hat das Gesundheitsdezernat zudem ein Sponsoring der Hebammen durch die Stadtwerke Düsseldorf initiiert. Den Hebammen werden 600 Freiminuten plus Anmeldegebühr für die Eddy-Elektroroller zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus unterstützt die SWD Städt. Woh-nungsgesellschaft Düsseldorf die Hebammen bei der Wohnungssuche.