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RF Vorspel

Kurzstreckenflüge vom und zum Flughafen Düsseldorf

Anfrage der RF Vorspel zur Sitzung des Rates am 04.07.2019:

Alle wissenschaftlichen Daten deuten darauf hin, dass sich das Klima verändert – mit zu erwartenden katastrophalen Folgen. Vor allem Politik und Industrie der sogenannten industrialisierten Welt sind dafür verantwortlich. Besonders der CO2-Ausstoß in diesen Ländern ist besorgniserregend. Ein großer Verursacher, neben Industrie und Automobilverkehr, ist der Flugverkehr. Der Flughafen Düsseldorf ist der drittgrößte Passagierflughafen und der fünftgrößte Frachtflughafen in Deutschland. Ein großer Anteil der Flüge vom und zum Düsseldorfer Flughafen sind Ziele innerhalb Deutschlands bzw. unter 800 Kilometer Entfernung.
 

2018 fanden laut statistischem Bundesamt von und nach München 12.717 Flüge mit 1.422.715 Passagieren statt, nach Berlin-Tegel 11.095 Flüge mit 1.198.377 Passagieren, nach Hamburg 5.413 Flüge mit 525.779 Passagieren und selbst von und nach Köln fanden 63 Flüge mit 1.759 Passagiere statt. Ein einfacher Flug nach Berlin mit einem Airbus verursacht pro Person 126kg CO2. Diese Kurzflüge sind nicht zu rechtfertigen und tragen erheblich zur massiven Umweltverschmutzung bei und damit zur Verschlechterung des Klimas. Das Flugzeug bleibt pro Kopf gerechnet das schmutzigste Verkehrsmittel: Laut Umweltbundesamt (UBA) produziert die Bahn pro Personenkilometer sechs Mal weniger Treibhausgase als ein Flug.

Die Stadt Düsseldorf hält 50 % der Anteile der Flughafen Düsseldorf GmbH. Vertreterinnen und Vertreter der Parteien CDU/SPD/Grüne und FDP sitzen im Aufsichtsrat der Flughafen GmbH und könnten Einfluss auf die Anzahl dieser Kurzstreckenflüge nehmen.

Aus diesen Gründen frage ich an:                

  1. Wie viele Flüge mit einer Entfernung von bis zu 200, 500, 800 Kilometern haben von und zum Düsseldorfer Flughafen in den letzten fünf Jahren stattgefunden? (Bitte aufschlüsseln in absoluten und relativen Zahlen)
     
  2. Wie nimmt die Anteilseignerin Stadt Düsseldorf (bzw. die Vertreterinnen und Vertreter)  ihren Einfluss wahr, die Gesamtanzahl der Kurzstreckenflüge am Düsseldorfer Flughafen zu senken? 
     
  3. Wie fließen die Emissionswerte des Flughafens in die Umweltbilanz der Stadt Düsseldorf ein und wie werden diese Emissionswerte der Kurzstreckenflüge von der Stadt bewertet?

Mit freundlichen Grüßen

 

Anja Vorspel

 

Antwort der Verwaltung am 04.07.2019 (Stadtkämmerin Schneider)

Basierend auf der Stellungnahme des Flughafens und auf der Grundlage der städtischen Energie- und CO2-Bilanz 2014 werden die Fragen wie folgt beantwortet:

zu Frage 1: Zahl und relativer Anteil der Flüge bis zu 200, 500 und 800 Kilometer sind in der nachstehenden Tabelle aufgeführt:

Jahre

Bis 200

Anteil

Bis 500

Anteil

Bis 800

Anteil

2014

7.997

4,0%

62.682

31,3%

45.101

22,6%

2015

7.803

3,9%

58.311

29,3%

46.350

23,3%

2016

7.731

3,8%

58.632

28,4%

48.860

23,7%

2017

7.978

3,8%

57.729

27,6%

49.359

23,6%

2018

8.472

4,1%

56.417

27,3%

44.390

21,5%

 

zu Frage 2: Die Stadt Düsseldorf nimmt ihre Aufgaben als Anteilseignerin der Flughafen Düsseldorf GmbH grundsätzlich in den Aufsichts- und Gesellschaftsgremien durch städtische Vertreter wahr.

zu Frage 3: Die CO2-Emissionen des Flugverkehrs insgesamt und damit auch jene, die durch Kurzstreckenflüge verursacht werden, finden in der Energie- und CO2-Bilanz der Landeshauptstadt Düsseldorf keinen Niederschlag.

In der zuletzt veröffentlichten städtischen Energie- und CO2-Bilanz 2014 heißt es auf Seite 4:

"Die CO2-Bilanz der Landeshauptstadt Düsseldorf wurde erstmals 1987 erstellt und wird seitdem regelmäßig fortgeschrieben. Die Bilanz erfolgt gemäß den Vorgaben des Klima-Bündnisses, das den sogenannten territorialen Ansatz vorgibt. Das heißt, grundsätzlich werden nur die Verbrauchsdaten, die dem Stadtgebiet zuzurechnen sind, bilanziert. Verbrauchsdaten regionaler Bedeutung bleiben in Teilen unberücksichtigt, zum Beispiel der Flug-, Schiffs- und Zugverkehr." (Zitatende)