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Kulturausschuss

NS-Raubkunst in städtischen Einrichtungen

Haushaltsantrag der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Kulturausschusses am 13. November 2014: Die für Provenienzforschung erforderlichen Mittel werden in den Haushalt eingestellt, um alle bisher nicht untersuchten Kunstwerke zu überprüfen, die zwischen 1933 und 1945 die EigentümerInnen wechselten und im Zeitraum seit 1933 bis heute in städtischen Besitz gelangt sind. 

Begründung:
Nach einem jahrelangen NS-Raubkunststreit um die zwei Gemälde „Pariser Wochentag“ und „Fruchtkorb an einer Eiche“ hat der Düsseldorfer Rat im Juli 2013 beschlossen, für diese Kunstwerke die Beratende Kommission zur Klärung von Raubkunst-Fällen anzurufen. Die Restitution des Gemäldes „Wilhelm Schadow“ beschloss der Rat in seiner Sitzung im November 2013. 

Da im Rat zur Sprache kam, dass höchst wahrscheinlich auch bei weiteren Kunstwerken in städtischen Einrichtungen der Besitz strittig ist, erfragte DIE LINKE im Kulturausschuss, wie viele weitere Werke im betreffenden Zeitraum in städtischen Besitz gelangten. In der Antwort der Verwaltung heißt es bezüglich des Museums Kunstpalast, dieses „erwarb in der Zeit von 1933-1945 ca. 600 Gemälde, Skulpturen und einige Möbel sowie ca. 2.700 Blätter für die Graphische Sammlung.“ Von diesen Werken wurden bereits einige restituiert, der Großteil befindet sich jedoch noch heute im Museum. Bezüglich des Stadtmuseums heißt es in der Antwort: „Für das Stadtmuseum sind für die Jahre 1933-1945 fast 700 Ankäufe von Objekten aller Art nachweisbar. Die Frage, ob Objekte von jüdischen Vorbesitzern angekauft worden sind, kann anhand der Inventarbücher nicht beantwortet werden.“

In welchen städtischen Einrichtungen wie viele MitarbeiterInnen mit der Provenienzforschung umstrittener Werke betraut sind, erfragten wir ebenfalls. Hierzu antwortete die Verwaltung: „Seit dem 01.01.2010 wird im Museum Kunstpalast kontinuierlich Provenienzforschung betrieben … Direkt betraut mit dieser Arbeit ist im Museum Kunstpalast eine Provenienzforscherin, die von den Kuratoren des Hauses unterstützt wird. Das erste Projekt (01.01.2010 – 30.06.2012) … zu über 154 untersuchten Kunstwerken in der Abteilung Moderne des Museum Kunstpalast hat … gezeigt, dass in diesen Fällen keine bedenkliche Herkunft festzustellen war … Seit dem 01.09.2012 läuft nun ein zweites Projekt zu ca. 200 Erwerbungen der Gemäldegalerie aus dem Zeitraum 1933-1945 … Der voraussichtliche Abschluss dieses Projektes ist September 2014.“ 

Weiter heißt es: „In anderen städtischen Einrichtungen sind keine Mitarbeiter speziell mit der Provenienzforschung betraut.“ Für z.B. das Stadtmuseum, welches in den Jahren 1933-1945 fast 700 Ankäufe getätigt hat, finden somit keine Nachforschungen statt. Weitere Mittel für die Provenienzforschung sind erforderlich. Sinnvoll wären Nachforschungen unabhängiger ExpertInnen, die nicht einer einzelnen Kultureinrichtung zugeordnet sind. 

Freundliche Grüße 

Peter Ulrich Peters                   Dr. Michael C. Klepsch          Daniela Dauner