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Ausschuss für Wohnungswesen und Modernisierung

Sozialwohnungen als Lärmriegel

 

 

Anfrage der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung am 26.02.2018:

In der Sitzung am 1. Februar beschloss der Stadtrat gegen die Stimmen der Linksfraktion eine Änderung nach § 13 BauGB des Bebauungsplans Nr. 5780/22 – Selbecker Straße.

Das zu bebauende Gebiet grenzt unmittelbar an die vielbefahrene Güterzugstrecke zwischen Eller und Rath und im Nordwesten an die Franziskusstraße. Jetzt hat der Stadtrat beschlossen, als Lärmschutz sogenannte „Lärmriegel“ an der Bahnstrecke  zuzulassen. Das bedeutet, dass in einer mehrstöckigen Bauweise entlang der Lärmquelle Wohngebäude entstehen, die den Lärm für die dahinterliegenden Wohngebäude auffangen. In der Praxis hat sich gezeigt, dass in diesen „Lärmriegeln“ die öffentlich geförderten Wohnungen untergebracht werden.

Geschützt von diesen Lärmregeln entstehen dahinter die freifinanzierten teuren Miet- bzw. Eigentumswohnungen. So dienen die Menschen mit geringem bis mittlerem Einkommen als Lärmschutz für die Wohlhabenden.

Das Umwelt-Bundesamt stellt fest: „Zu viel Schall - in Stärke und Dauer - kann nachhaltige gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Schäden hervorrufen. Schall wirkt auf den gesamten Organismus, indem er körperliche Stressreaktionen auslöst. Dies kann schon bei niedrigeren, nicht-gehörschädigenden Schallpegeln geschehen, zum Beispiel bei Verkehrslärm.“

So wird bei dieser Verfahrensweise bewusst in Kauf genommen, dass Menschen, die auf öffentliche Wohnungen angewiesen sind, zugunsten der Menschen in den hochpreisigen Wohnanlagen der Lärmbelastung ausgesetzt werden.

DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:

  1. In welchen bisher fertiggestellten Bauvorhaben sind Lärmriegel mit öffentlich geförderten Wohnungen gebaut worden? Bitte einzeln aufführen.
     
  2. In welchen geplanten Bauvorhaben sind derartige Lärmriegel vorgesehen? Bitte einzeln aufführen.
     
  3. Wie viele der seit 2013 fertiggestellten öffentlich geförderten Wohnungen befinden sich in diesen Lärmriegeln und wie viele öffentlich geförderte Wohnungen sind davon nicht betroffen?

Mit freundlichen Grüßen 
 

Lutz Pfundner                  Mbulelo Dlangamandla                   Peter Kirchner