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Kulturausschuss

Verbesserung der Proberaumsituation

Haushaltsantrag der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Kulturausschusses am 14. November 2019:

Der Kulturausschuss beschließt die Einrichtung einer neuen Haushaltsstelle, um ein Musikbüro einzuführen. Das Musikbüro soll als zentrale Anlaufstelle für die Koordination und Schaffung von Proberäumen zuständig sein.  

Begründung:
Anfang 2012 wurde eine von der Stadt beauftragte Recherche über die Proberaumsituation für MusikerInnen in Düsseldorf vorgelegt. Damit sollte der Bedarf für die Musikszene analysiert und mittelfristig optimiert werden. Langfristig sollten weitere potentiell nutzbare Räume gesucht und langfristige Lösungswege zur Verbesserung der Proberaumsituation aufgezeigt werden.

Die Recherche wurde im Dezember 2011 und Januar 2012 vom Kulturzentrum zakk gGmbH und der Open Source GmbH durchgeführt. Damals wurden 40.000 Euro für die Musikförderung im Haushalt der Stadt bereitgestellt. 5.000 Euro hat der Musikbeirat in die Recherche investiert. 35.000 Euro blieben offen.

2012 war bekannt geworden, dass der „Musikbunker“ in Lierenfeld am Gatherweg 98 geschlossen werden sollte. Damit standen rund 80 Räume in Frage. Hinzu kam, dass das Ordnungsamt  wegen baulicher Mängel die Nutzung von Proberäumen im Bunker Gerresheim in der Heyestraße untersagte. Das war ein weiterer Verlust von 16 Proberäumen. Der dritte Proberaum-Komplex, an der Werstener Dorfstraße, mit 42 Proberäumen lag ab dem Frühjahr 2012 wegen Umbauten für Brandschutzmaßnahmen auch brach.  Innerhalb eines halben Jahres standen 138 Proberäume nicht mehr zur Verfügung. Der Bestand von ehemals 300 Räumen war nach dem Wegfall auf fast die Hälft reduziert.  Damit waren mehr als 100 Bands auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten.

Zwar  stehen der Musikbunker in Lierenfeld und der Kulturbunker in Wersten den MusikerInnen seit den durchgeführten Umbauten wieder zur Verfügung, aber die Anzahl der Proberäume in Düsseldorf stagniert seit 2012, weil vor allen Dingen die kleineren Mietkomplexe von unter 20 Räumen aus dem Angebot verschwunden sind.  

Hinzu kommt, dass die Transparenz über die Buchung der Räume mangelhaft ist.

Beim Musikbunker Gatherweg sind auf der Internetseite der Stadt die Belegliste und die Preisliste zu finden. Der Kulturbunker Werstener Kreuz wird auch auf der Internetseite erwähnt, aber weitere Informationen zu den Räumlichkeiten finden sich nicht mehr und die Buchung erfolgt über die zwei KünstlerInnen Conrath-Scholl & Göllmann. Mögliche weitere Proberäume als Angebote durch Dritte werden auf der Internetseite der Stadt nicht aufgeführt.

Auf der  Sitzung des Kulturausschusses im Juni 2016 gab die Verwaltung auf Anfrage der LINKEN (41/ 125/2016) an, dass sie von den in der Recherche vorgeschlagenen Maßnahmen keine einzige umgesetzt hat.

Offenbar wurde das Ziel, die Proberaumsituation zu optimieren, nicht erreicht. Für NachwuchsmusikerInnen fehlt es weiterhin an Proberäumen, die finanzierbar sind.  Es fehlt außerdem an der Transparenz auf den Internetseiten der Stadt Düsseldorf. Es gibt keine Übersicht über freie Proberäume, den Buchungsbedingungen, den Nutzungsbedingungen und den anfallenden Kosten.

Vor dem Hintergrund, dass Düsseldorf das New Fall Festival, das Düsseldorf Festival und die Jazz Rally ausgerichtet und auch der Förderpreis zur Bandprofessionalisierung vergeben wird, entspricht das Proberaumangebot nicht dem äußeren Erscheinungsbild der  Stadt. Vielen guten Nachwuchsbands fehlen hier die Möglichkeiten für eine Entwicklung.

Freundliche Grüße
 

Peter-Ulrich Peters                      Daniela Dauner                         Olaf Nordsieck