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Ordnungs- und Verkehrsausschuss

Gefahren durch autonome Fahrzeuge im Projekt „KoMo:D“

Antrag der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses am 11. April 2018:

Der Ordnungs- und Verkehrsausschuss beauftragt die Verwaltung, in der nächsten Sitzung des OVA zur Verantwortbarkeit des Projektes „Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf“ (KoMo:D) Stellung zu nehmen. Dazu werden die Risiken für andere VerkehrsteilnehmerInnen durch die eingesetzten autonomen Fahrzeuge und entsprechende Sicherheitsvorkehrungen vorgestellt.                                 

Begründung:
Das laufende Projekt „Kooperative Mobilität im digitalen Testfeld Düsseldorf“ (KoMo:D) sieht vor, dass ab Juni 2018 für ein Jahr bis zu sechs autonom fahrende Testfahrzeuge in Düsseldorf auf der A57 vom Autobahnkreuz Meerbusch über die A52 bis über die Rheinkniebrücke verkehren. Dabei orientieren sich die Steuersysteme der Fahrzeuge vor allem an drahtlos übermittelten Daten externer Sensoren. Nur in Notfällen soll ein Mensch in die Steuerung eingreifen. Es ist laut Homepage von KoMo:D ausdrücklich Teil des Projektdesigns, dass auf der „komplexen“ Hauptroute zwischen Autobahn und Düsseldorfer Stadtzentrum der Umgang der automatisierten Fahrzeugsteuerung mit „Zielkonflikten in der Steuerung“ getestet wird. 

Die Teststrecke in Düsseldorf ist durch das Fahren in der verkehrsreichen Innenstadt, durch Tunnel und mit hohen Geschwindigkeiten auf Autobahnen auch laut dem Leiter des Amtes für Verkehrsmanagement, Herrn Pähler, „das intensivste Testfeld“ für autonome Fahrzeuge. Laut Einschätzung von Forschern steigt jedoch auch das Risiko eines Versagens autonomer Steuerung mit der Komplexität der Verkehrssituation stark an. Den möglichen Folgen ist auf der stark befahrenen Teststrecke eine sehr große Zahl an VerkehrsteilnehmerInnen ausgesetzt. Die seit zehn Jahren laufenden Versuche der Firmen Google und Waymo haben durchschnittlich alle 9000 Kilometer ein menschliches Eingreifen in autonome Fahrzeugsteuersysteme erfordert. Tödliche Unfälle haben in den USA mittlerweile zu einer Einschränkung der Versuche mit autonomen Fahrzeugen geführt. 

Die Stadtverwaltung sollte die möglichen Folgen des Projektes KoMo:D und den Umgang mit diesen Risiken darstellen und ihre Einschätzung darüber abgeben, ob der ab Juni geplante Einsatz der Testfahrzeuge vor diesem Hintergrund verantwortbar ist.

Mit freundlichen Grüßen
 

Anja Vorspel                        Georg Blanchard                               Lutz Pfundner