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Schulausschuss

Gesamtschulen in Düsseldorf

Anfrage der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Schulausschusses am 30. August 2018: 
Die Gesamtschule ist diejenige Schulform, die Schülerinnen und Schülern weitestgehend unabhängig von ihren sozialen Voraussetzungen die besten Bildungschancen bietet. Wesentlich mehr Kinder mit Migrationshintergrund oder aus sozioökonomisch belasteten Familien erreichen dort das Bildungsziel Abitur. 

Zudem ist belegt, dass auf den Gesamtschulen Schülerinnen und Schüler, die keine Gymnasialempfehlung erhalten haben, höhere Bildungsabschlüsse erreichen als im gegliederten Schulsystem.

In Düsseldorf mussten in der Vergangenheit leider viele Kinder an den Gesamtschulen abgelehnt werden, da es zu wenige Plätze gegeben hat. Der Elternwille, dem im Schulgesetz ein wichtiger Platz eingeräumt wird, wurde durch das knappe Angebot an Gesamtschulplätzen daher häufig nicht umgesetzt. 

Aus diesem Grund fragt DIE LINKE Ratsfraktion an:

  1. Wie viele Kinder mussten in den vergangenen zehn Jahren an den Düsseldorfer Gesamtschulen abgelehnt werden (aufgeschlüsselt nach Jahren)?
     
  2. Wie viele Kinder mussten in den vergangenen zehn Jahren an den anderen Schulformen in Düsseldorf abgelehnt werden (aufgeschlüsselt nach Jahren und Schulform)?
     
  3. Wie viele neue Schulplätze werden nach den derzeitigen Planungen in den kommenden Jahren in Düsseldorf geschaffen (aufgeschlüsselt nach Jahren und Schulform)?

Mit freundlichen Grüßen
 

Georg Blanchard                             Dr. Anja Wallerang                         Mounir Afkir    

 

Antwort der Verwaltung am 30.08.2018 (Stadtdirektor Hintzsche)

zu Frage 1: In den vergangenen zehn Jahren mussten 2.337 Kinder insgesamt an den Düsseldorfer Gesamtschulen abgelehnt werden. Die Aufschlüsselung nach Jahren verdeutlicht die nachfolgende Tabelle:

Schuljahr

Anmeldungen

Aufnahmen

Differenz

2009/10

799

562

237

2010/11

818

549

269

2011/12

814

524

290

2012/13

781

541

240

2013/14

800

556

244

2014/15

841

570

271

2015/16

881

660

221

2016/17

972

768

204

2017/18

822

713

109

2018/19

1.011

759

252

gesamt

8.539

6.202

2.337

 

zu Frage 2: An den anderen Schulformen in Düsseldorf mussten in den letzten zehn Jahren keine Kinder abgelehnt werden. Sofern der Erstwunsch nicht erfüllt werden kann, wird in den Koordinierungsgesprächen zwischen der Schulaufsicht, den Schulleitungen und dem Schulträger immer ein alternativer Schulplatz innerhalb der jeweiligen Schulform gefunden.

zu Frage 3: Im Sinne der Anfrage bezieht sich die Verwaltung in ihrer Antwort auf die Neuschaffung von Schulplätzen an weiterführenden Schulen.

Gymnasien
Im Gymnasialbereich werden mittelfristig insgesamt 8 Züge geschaffen. Ausgehend von einer zulässigen Brandbreite von 30 Schülerinnen und Schüler pro Klasse an Schulen mit mindestens vier Zügen, werden somit insgesamt 240 Gymnasialplätze pro Jahrgang geschaffen. Davon wird mit Beginn der Schuljahre 2019/20, 2020/21 und 2022/23 jeweils ein Zug mit jeweils 30 Plätzen geschaffen. Das neu zu errichtende vierzügige Gymnasium am Heinzelmännchenweg mit 120 Plätzen kann mit Beginn des Schuljahres 2024/25 den Betrieb aufnehmen, wenn die Rechtskraft des maßgeblichen Bebauungsplanes in der ersten Jahreshälfte 2020 eintritt und der Planungs- und Bauablauf verzögerungsfrei abgewickelt werden kann. Der Realisierungszeitpunkt eines weiteren Zuges im Rahmen des Neubaus an der Völklinger Straße (30 Plätze pro Jahrgang) ist derzeit noch nicht absehbar, da hierfür bisher lediglich der Grundsatzbeschluss gefasst wurde und die Errichtung des neuen Gymnasiums vom tatsächlichen Baufortschritt abhängig sein wird. Darüber hinaus wird im Rahmen der anstehenden Schulentwicklungsplanung die Schaffung weiterer Plätze im Gymnasialbereich angestrebt.

Realschulen
Im Bereich der Realschulen wurden Erweiterungen um 5,5 Züge beschlossen, womit damit auf der Grundlage der Klassenbildungswerte künftig maximal 169 Plätze pro Jahrgangsstufe zusätzlich zur Verfügung stehen. Nach Realisierung der Planungen können erstmals zum Schuljahr 2021/22 31 Plätze zusätzlich bereitgestellt werden. Die neue 3-zügige Realschule an der Herdecker Straße (93 Plätze pro Jahr) kann voraussichtlich zum Schuljahr 2022/23 den Betrieb aufnehmen. Aufgrund des frühen Planungsstandes kann die Schaffung der verbleibenden 1,5 Züge mit 45 Plätzen an der Realschule Florastraße bisher nicht terminiert werden. Mit einer Realisierung ist nicht vor 2022 zu rechnen.

Gesamtschulen
Über den Realisierungszeitpunkt der vierzügigen Gesamtschule (120 Plätze pro Jahrgang) am Pfaffenmühlenweg kann derzeit keine verlässliche Aussage getroffen werden, da für das betreffende Gebiet im Norden der Stadt zunächst ein städtebaulicher
Wettbewerb durchgeführt werden soll. Im Rahmen des in Vorbereitung stehenden SOM VI Paketes wird die Errichtung einer weiteren Gesamtschule, voraussichtlich im Stadtbezirk 4, geprüft.