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Ratsfraktion

Internationaler Frauentag am 8.März – Einführung eines Feiertages

Antrag der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Rates am 22. März 2018:

Der Rat der Stadt Düsseldorf bittet den Oberbürgermeister, sich bei der Landesregierung dafür einzusetzen, dass der Internationale Frauentag am 8. März als gesetzlicher Feiertag in Nordrhein-Westfalen eingeführt wird.

Begründung:
Der Internationale Frauentag, der jährlich am 08. März begangen wird, ist für Frauen und Mädchen weltweit ein wichtiges Datum. Dieser Tag dient dazu, die bisherigen Errungenschaften der Emanzipation und das Erreichte zu würdigen und das noch Ausstehende anzumahnen.

Die historischen Wurzeln des Internationalen Frauentages liegen in den Protesten New Yorker Arbeiterinnen, die bereits 1857 gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und für gleichen Lohn demonstrierten. Die deutsche Sozialistin Clara Zetkin setzte auf der zweiten internationalen sozialistischen Frauenkonferenz 1910 den Antrag durch, einen internationalen Frauentag ins Leben zu rufen. Seit 1911 wird der Internationale Frauentag in Deutschland begangen. 

Internationale Bedeutung erlangte dieser im Jahr 1977. Der 8. März wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als „Tag der Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ anerkannt. 

Auch ist über 100 Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag vieles von der Geschichte in Vergessenheit geraten. Während des Nationalsozialismus wurde der Internationale Frauentag verboten. In der Bundesrepublik geriet er in Vergessenheit. Seit den Neunzigerjahren wird der Internationale Frauentag in Deutschland verstärkt begangen und dient der vielfältigen Frauenbewegung als Forum für ihr Engagement. Dennoch ist die Gleichstellung der Geschlechter weder in Deutschland noch in anderen Ländern eine Realität. In politischen Gremien, in der Wirtschaft oder in gesellschaftlichen Bereichen sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. „Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ ist nach wie vor eine Forderung, die nicht realisiert wird. Eine geschlechtergerechte Gesellschaft beginnt jedoch mit einer konsequenten Gleichstellungspolitik, die Frauen im Beruf, in der Politik, in der Bildung und in den Medien eine gleichberechtigte Teilhabe sichert und sie vor Diskriminierung und Gewalt schützt.

Den Internationalen Frauentag als Symbol der Emanzipation und Gleichberechtigung zu einem gesetzlichen Feiertag zu machen, entspräche der im Grundgesetz in Artikel 3 Abs. 2 verankerten staatlichen Verpflichtung, die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern und auf die Beseitigung bestehender Nachteile hinzuwirken. Ein gesetzlicher Feiertag am 8. März hätte eine starke Symbol- und Signalwirkung: Frauenrechte müssen verstärkt ins Zentrum der Aufmerksamkeit von Politik und Bevölkerung rücken. Weltweit kämpfen Aktivistinnen und Aktivisten nach wie vor um Gleichstellung. Um diese Kämpfe zu würdigen, den Vorkämpferinnen und Vorkämpfern zu gedenken und gesellschaftliche Fortschritte geschlechterübergreifend voranzubringen, sollte von Düsseldorf aus ein anerkennendes und mahnendes Zeichen gesetzt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Angelika Kraft-Dlangamandla                                        Lutz Pfundner