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Ratsfraktion

Kontakte mit dem Moscheeverband DİTİB

Anfrage der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Rates am 03. Mai 2018:

Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V. (türkisch Diyanet İşleri Türk İslam Birliği, abgekürzt DİTİB) ist ein bundesweiter Dachverband für die Koordinierung der religiösen, sozialen und kulturellen Tätigkeiten der angeschlossenen türkisch-islamischen Moscheegemeinden in Deutschland. Er untersteht der dauerhaften Leitung, Kontrolle und Aufsicht des staatlichen Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei, der Behörde Diyanet, welche dem türkischen Präsidenten Erdogan direkt unterstellt ist. Der Vorsitzende der DİTİB ist in Personalunion auch türkischer Botschaftsrat für religiöse und soziale Angelegenheiten. Zudem werden die an staatlichen theologischen Hochschulen in der Türkei ausgebildeten Imame der DİTİB für fünf Jahre nach Deutschland geschickt und sind de facto Beamte des türkischen Staates, von dem sie auch bezahlt werden. Bekannt sind in Düsseldorf drei DİTİB -Moscheen.

Bei einer Aufführung  zum türkischen „Tag der Gefallenen“ in der Herforder DİTİB –Moschee sind Kinder in Militäruniformen und mit Spielzeuggewehren marschiert. Das veröffentlichte Video wirkt wie eine Werbeveranstaltung für das türkische Militär. Es ist nicht der erste Skandal, der durch den türkischen Moscheeverband DİTİB in die Öffentlichkeit geriet. In den Osterferienwochen 2018 wurde eine Reise in die Türkei für Jugendliche und Studenten organisiert, die zu „unserem obersten Heerführer“, Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, führte. Das war direkt bezogen auf den völkerrechtswidrigen Angriff auf die kurdische Region Afrin in Syrien. Schon seit dem Beginn des Angriffskrieg auf Syrien wurden in DİTİB Moscheen regelmäßig die „Fetih-Sure“ vorgetragen. Mit diesem „Der Sieg“ betitelten Koranabschnitt hatte die der DİTİB vorgesetzte türkische Religionsbehörde Diyanet im Januar zum Gebet für einen Erfolg der türkischen Militäroffensive gegen die Kurden aufgerufen. Weiterhin wurden Kriegsvideos von DİTİB -Moscheen im Internet verbreitet. Die Instrumentalisierung der Religion für politische Zwecke, stellt einen wiederkehrenden Aspekt von DİTİB dar. So wurden auch schon Kinderbroschüren der türkischen Religionsbehörde Diyanet in deutschen DİTİB -Moscheen verteilt, die den Tod als Märtyrer propagierten. Die Auflistung lässt sich beliebig fortsetzen. Der Einfluss der immer islamistischer agierenden türkischen Religionsbehörde unter Erdogan wirkt sich auch das religiöse Leben in den DİTİB Moscheen aus. Das Agieren einiger Imame der DİTİB sowie des Gesamtverband ist mittlerweile eine Gefährdung des religiösen wie politischen Friedens.

DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:

  1. Sind der Düsseldorfer Stadtverwaltung ähnliche Vorkommnisse in Düsseldorfer        DİTİB-Moscheen bekannt, wie die bisher in der Presse veröffentlichten?
     
  2. Gab es in den letzten drei Jahren gemeinsame Projekte der Stadt Düsseldorf mit den DİTİB-Gemeinden in Düsseldorf und/oder finanzielle Zuwendungen für Projekte o.ä.? Wenn ja, welche sind bzw. waren diese und wie hoch ist bzw. war die Zuwendung? (Bitte einzeln aufschlüsseln)
     
  3. Wenn es weiterhin gemeinsame Projekte mit und/oder finanzielle Zuwendungen für die Düsseldorfer DİTİB-Gemeinden gibt, denkt die Stadtverwaltung daran die Zusammenarbeit aufzukündigen?

    Mit freundlichen Grüßen

Angelika Kraft-Dlangamandla                                   Lutz Pfundner

 

Antwort der Verwaltung am 03.05.2018 (Stadtdirektor Hintzsche)

zu Frage 1: Der Verwaltung sind keine ähnlichen Vorkommnisse bekannt.

zu Frage 2: Es gibt bzw. gab keine gemeinsamen Projekte mit der DiTiB-Gemeinde und es sind keine Zuwendungen erfolgt.

zu Frage 3: Siehe Antwort zu Frage 2.