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Ausschuss für Gesundheit und Soziales

Maßnahmen in Stadtbezirken mit besonders hohen Covid-19 Infektions-und Sterblichkeitsraten

Anfrage der Ratsfraktion DIELINKE zur Sitzung des Ausschusses für Gesundheit und Soziales am 05.05.2021:

Im Rahmen der sogenannten „dritten Welle“ im SARS Cov2-Infektionsgeschehen steigt auch die Wocheninzidenz in der Landeshauptstadt Düsseldorf wieder stark an. Die RP berichtete am Donnerstag den 22. April, dass ab Samstag sogar auch in Düsseldorf eine nächtliche Ausgangssperre gelte. Die Stadtverwaltung berichtete, dass durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und niedrigschwellige Testangebote versucht werde, die Menschen in den von erhöhten Infektionsrisiken betroffenen Stadtteilen besser zu schützen. Die Auswertung der stadtweiten Infektions-und Mortalitätsraten zeigt, dass neben Stadtteilen mit einer Vielzahl von alten Menschen auch andere Faktoren ein höheres Infektionsrisiko anzeigen könnten. Dazu gehören, analog zur sozialräumlichen Gliederung der Landeshauptstadt Düsseldorf, Stadtteile mit folgenden Merkmalen:

  • hoher Anteil von Einwohner:innen, die Grundsicherung (SGB II/XII) beziehen
  • niedrige Übergangsquote Gymnasium
  • hoher Anteil von Einwohner:innen mit Migrationshintergrund

Ein Impftermin liegt für viele Düsseldorferinnen und Düsseldorfer noch in weiter Ferne. Aus diesem Grund müssen besonders in den stark betroffenen Stadtteilen alle verfügbaren Mittel genutzt werden, um die Menschen so gut es geht vor einer Infektion zu schützen.

Aus diesem Grund fragen wir an:

  1. In welchen Stadtteilen sind welche zusätzlichen Maßnahmen zur Verringerung der Infektionsraten mit SARS-Cov2 umgesetzt bzw. geplant (bitte tabellarisch)?
     
  2. Was umfasst die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit in den betroffenen Stadtgebieten?
     
  3. Wie werden die Indizien hinsichtlich weiterer möglicher Risikofaktoren (analog zur sozialräumlichen Gliederung der Landeshauptstadt Düsseldorf: Leistungsbezug nach SGB II/XII oder niedrige Übergangsquote Gymnasium oder Migrationshintergrund) dabei berücksichtigt?


Mit freundlichen Grüßen

Helmut Born.         Jost Guido Freese            Cornelia Schlemper


Antwort der Verwaltung durch die Beigeordnete Stulgies:

Zu Frage 1:
Maßnahmen zur Verringerung der Infektionsraten mit SARS-CoV-2 werden nicht auf Stadtteilebene geplant bzw. umgesetzt, sondern stadtweit. So gelten im gesamten Stadtgebiet bei entsprechenden Inzidenzwerten die Regelungen der „Bundesnotbremse“.

Zusätzlich versucht die Landeshauptstadt Düsseldorf der Pandemie stadtweit durch verstärkte Öffentlichkeitsarbeit und einem möglichst niedrigschwelligen Testangebot zu begegnen. So werden niedrigschwellige Bürgerschnelltests im Stadtgebiet in über 350 Schnellteststationen angeboten.
Auch für Bürger*innen in zentrumsferneren Stadtteilenhat die Landeshauptstadt Düsseldorf mit Hilfe von mobilen Teststationen einentsprechendes Test-Angebot geschaffen. Seit dem 23. April 2021 werden darüber hinaus auf Empfehlungen der Bezirksverwaltungsstellen und den Religionsgemeinschaften mobile Teams zu entsprechenden Standorten in den Stadtbezirken 6, 8 und 9 geschickt. Diese bieten Tests ohne Terminvergabe an, so dass mögliche Sprach-und Verständnisprobleme bei (Online-)Terminvereinbarungen verhindert werden können.Weiterhin werden zusätzliche feste Teststationen in den unterversorgten Stadtteilen installiert. Neben der mehrsprachigen Ansprache wird dabei auch auf den Einsatz von Multiplikator*innen gesetzt. Um einen Anreiz zu schaffen, werden an diesen Stationen Mini-Wertgutscheine, Shampoo oder Pflegeprodukte angeboten. Darüber hinaus wurden auch Sprach-und Kulturmittler*innen für die einzelnen Standorte engagiert, um möglichen Barrieren entgegenzuwirken. Hier werden bereits erste Erfolge verzeichnet.

Das Impfangebot der Hausarztpraxen ist ein weiterer wichtiger dezentraler Bausteinzur Verringerung der Infektionsraten.

Darüber hinaus wird auch weiterhin allen Personen mit Corona-Symptomen ein kostenloses Testangebot zur Verfügung gestellt.

Zu Frage 2:
Mit Hilfe von Schildern und Piktogrammen weist die Landeshauptstadt Düsseldorf auf die Maskenpflicht in den Bereichen der Altstadt und am Rheinufer hin. Im gesamten Stadtgebiet wird darüber hinaus seit Ende März die Öffentlichkeitskampagne „Düsseldorf hältzusammen – mit Abstand und Maske“ auf über 750 digitalen und analogen Flächen platziert. Kontinuierlich wird außerdem stadtweit auf bestehende Schutzmaßnahmen hingewiesen.

Über das Coronaportalim Internetangebot der Landeshauptstadt Düsseldorf sind zudem alle Informationen rund um das Thema Corona zu finden und stehen über das Menü „language“ in einer Vielzahl an Sprachen zur Verfügung, auch in leichter Sprache sowie der Gebärdensprache.

Wie der Presse zu entnehmen war, sind darüber hinaus zeitnah NRW-weit Maßnahmen zu Impfungen und Öffentlichkeitskampagnen geplant.

Zu Frage 3:
Da aufgrund von Sprachbarrieren nicht ausgeschlossen werden kann, dassMenschen nicht hinreichend über die Ansteckung sowie Schutz-und Hygienemaßnahmen informiert sind, bietet dieLandeshauptstadt Düsseldorf auf ihrer Homepage https://corona.duesseldorf.de/Informationen rund um das Thema COVID-19 in vielen Sprachen an.
Um beispielsweise Sprachbarrieren entgegenzuwirken, die auch dadurch entstehen, dass bestimmte Gruppen nicht zielgruppengerecht angesprochen werden, wurden darüber hinaus an stark frequentierten Bereichen wie der Düsseldorfer Altstadt mit Hilfe von Piktogrammeneine bildhafte Darstellung gewählt.

Mit der Kampagne „Düsseldorf hält zusammen –mit Abstand und Maske“ wirbt die Landeshauptstadt Düsseldorf für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und den gegenseitigen Schutz vor dem Corona-Virus. Mit sieben Motiven, die Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechtsan unterschiedlichen Örtlichkeiten zeigen, wird für den Zusammenhalt in Düsseldorf geworben.
Alle Maßnahmen sind so ausgerichtet, dass sie leicht verständlich sind, damit sie alle Menschen in der Stadt erreichen.