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Ordnungs- und Verkehrsausschuss

Tatsächliche Kosten der Verkehrsarten in Düsseldorf

Anfrage der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses am 11. April 2018:

An der Universität Kassel hat Prof. Dr.-Ing. Carsten Sommer (Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssysteme)  in einem Projekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur die Kosten der Verkehrsträger PKW, ÖPNV und Fahrrad für deutsche Großstädte erforscht und ein Modell zu deren Errechnung entwickelt. In das Berechnungsmodell gingen Erfahrungswerte von Praktikern aus Kommunen in ganz Deutschland ein. Es bildet das Gesamtsystem einer städtischen Verkehrssituation ab und berücksichtigt für die verschiedenen Verkehrsträger sowohl Kosten für Infrastruktur wie Straßen, Schienen und Haltestellen, als auch Folgen von Lärm, Umweltverschmutzung und Unfällen. 

Dieses Berechnungsmodell wurde exemplarisch auf die Städte Bremen, Kassel und Kiel angewandt. In allen drei Fällen ergab sich, dass ihnen durch den PKW-Verkehr ungleich höhere Kosten entstanden als durch den Öffentlichen Personennahverkehr oder den Radverkehr. Das Berechnungsmodell soll Entscheidern in der Politik ein Instrument an die Hand geben, sich faktenbasiert für oder gegen Verkehrsprojekte zu entscheiden und die Verkehrs- und Infrastrukturplanung einer Großstadt transparenter zu gestalten. Die Stadt Osnabrück hat sich bereits dafür entschieden, das Werkzeug umfänglich für ihre Verkehrsplanung einzusetzen. Prof. Sommer hat für die kostenlose und einfache Nutzung durch Kommunen sein Berechnungsmodell in Form einer Excel-Tabelle veröffentlicht.                                                                       

DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:                       

  1. Wird das Verkehrsmodell der Universität Kassel von der Verwaltung bei der Planung eingesetzt oder wird sein Einsatz geprüft?
     
  2. Wenn das Modell eingesetzt wird, in welcher Weise werden Daten zu den damit errechneten tatsächlichen Kosten der Verkehrsarten und deren Kostendeckungsgrad auch dem Ordnungs- und Verkehrsausschuss zugänglich gemacht?
     
  3. Wenn ein Einsatz des Verkehrsmodells nicht beabsichtigt ist, welche Gründe liegen dafür vor?

Mit freundlichen Grüßen
 

Anja Vorspel                              Georg Blanchard                              Lutz Pfundner

 

Antwort der Verwaltung am 11.04.2018 (Beigeordnete Zuschke)

zu Frage 1: Die Ergebnisse des Forschungsprojektes liegen erst seit Kurzem vor. Der hier verfolgte Ansatz ist durchaus interessant. Das für die Kommunen zur Anwendung vorgesehen Tool liegt der Verwaltung noch nicht vor und kann somit auch noch nicht eingesetzt werden.
Die Verwaltung wird zunächst nähere Kenntnisse über das Tool, dessen Einsatzmöglichkeiten und die zu erwartenden Ergebnisse sammeln, um darauf aufbauend über den Einsatz zu beraten.

zu Frage 2 und Frage 3: Siehe Antwort zu Frage 1.