Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Ratsfraktion

Umbenennung der Arena in Merkur Spielarena

Anfrage der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Rates am 20.09.2018:

Nachdem die Spielstätte von Fortuna Düsseldorf fast zehn Jahre lang Esprit-Arena hieß, hat die Stadttochter D.LIVE mit der Gauselmann-Gruppe einen neuen Namenssponsor gefunden. Als neuer Name wurde „Merkur Spielarena“ ausgewählt. Die Umbenennung der vom Steuerzahler finanzierten Arena wurde vom Aufsichtsrat der D.LIVE beschlossen; der Stadtrat oder städtische Ausschüsse waren an der Entscheidung nicht beteiligt.

Die Gauselmann-Gruppe betreibt ca. 250 Merkur-Spielhallen in Deutschland. Der neue Glücksspielstaatsvertrag führt zu einer Schließung von vielen Spielhallen in Düsseldorf und somit zur Verdrängung dieser aus dem Stadtbild. In solchen Zeiten sucht das Glücksspielunternehmen nach einem imagewirksamen Auftritt.

Glückspiel, besonders Spielautomaten wie die der Gauselmann-Gruppe, haben ein sehr hohes Suchtpotenzial. Die bisherigen Reaktionen auf die Umbenennung sind sehr kritisch, da der neue Arena-Name einerseits Werbung für Glücksspiel macht, sich andererseits auf den Ruf der Stadt auswirkt. Die Assoziation mit der Gauselmann-Gruppe beeinflusst langfristig das Image von Düsseldorf. 

DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:

  1. Auf welcher Grundlage entscheidet eine städtische Tochtergesellschaft über die Namensvergabe an der Arena und nicht der Stadtrat?
     
  2. Wie viele Spielhallen betreibt die Gauselmann-Gruppe in Düsseldorf und wie viele davon sind von den Schließungen im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages bedroht?
     
  3. Wie bewertet die Stadtverwaltung den Namen Merkur Spielarena hinsichtlich des Images der Stadt und der Gefahren durch Spielsucht?

Mit freundlichen Grüßen

 

Angelika Kraft-Dlangamandla                         Lutz Pfundner       

 

Antwort der Verwaltung am 20.09.2018 (Stadtkämmerin Schneider)

zu Frage 1: Die Multifunktionsarena steht im Eigentum der D.LIVE GmbH & Co. KG. Dementsprechend liegt die Entscheidung bei den Gremien der Gesellschaft.
Bei den übrigen betriebsgeführten Veranstaltungsstätten obliegt die Vergabe des Namensrechts dem Betriebsführer. Bis dato erfolgte diese jeweils unter Einbindung des Aufsichtsrats des Betriebsführers. Dies ist die D.LIVE GmbH & Co. KG (seit August 2018, zuvor Düsseldorf Congress Sport & Event GmbH).

zu Frage 2: Die Gauselmann-Gruppe betreibt 22 Spielhallen im Stadtgebiet. Von der Schließung im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages sind zwischen 16 und 20 Spielhallen bedroht.

zu Frage 3: Ein Imageschaden durch den Namen Merkur Spielarena wird nicht gesehen. Hinsichtlich der Gefahren durch Spielsucht wird auf Studien zum Einfluss von Marketingmaßnahmen und Werbung auf das Spielverhalten verwiesen, nach denen die Effekte dann problematisch sind, wenn
o spezielle (gefährdete) Zielgruppen angesprochen werden, gezielt einzelne Produkte beworben werden,
o Werbung speziell auf Kinder und Jugendliche abzielt,
o falsche Erwartungen über die Gewinnwahrscheinlichkeiten und/oder die möglichen Gewinne vermittelt werden,
o Glücksspiel als Ersatz für Lohnarbeit bzw. als Lösung für finanzielle Probleme dargestellt wird.

In der Abwägung der oben genannten Aspekte geht die Verwaltung davon aus, dass der Name Merkur Spielarena keinen signifikanten Einfluss auf die Prävalenz von problematischem Spielverhalten in der Landeshauptstadt Düsseldorf haben wird.