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Rat

Fragen zum Sponsoring-Deal Sportstadt Düsseldorf/Rheinmetall

Anfrage des Ratsmitglieds Marcus Flemming der Ratsfraktion DIE LINKE zur Sitzung des Rates am 10.03.2022 (RAT/089/2022):

Erst aus der Presse erfuhr die Öffentlichkeit von dem Sponsoring-Deal zwischen der 100%igen städtischen Tochter Sportstadt Düsseldorf und der Kriegswaffenfirma Rheinmetall. Über die Hälfte des Umsatzes und etwa 93% des Gewinns erzielte Rheinmetall 2020 mit Kriegswaffen und Munition. Der Sponsoring-Deal ist eine klassische white-washing bzw. peace-washing Kampagne um von den Geschäften mit den todbringenden Produkten von Rheinmetall abzulenken. Sport soll die Menschen miteinander verbinden, Waffen und Munition sollen Menschen töten.

DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:

  1. Wer aus der Stadtverwaltung, Rat, Ausschüssen, Aufsichtsrat von D.LIVE Management GmbH wusste vom Sponsoring-Deal mit Rheinmetall?
     
  2. Was sind die Leistungen und Gegenleistungen aller Beteiligten des Sponsoring-Deals mit Rheinmetall?
     
  3. Um welche Summe handelt es sich bei dem Sponsoring-Vertrag ?

Mit freundlichen Grüßen
Marcus Flemming


Antwort der Verwaltung durch Stadtdirektor Herr Hintzsche:

Antwort zu Frage 1:
Wie in der Aufsichtsratssitzung von D.Live am 25. Februar 2022 ausführlich berichtet und von allen Mitgliedern des Aufsichtsrats bestätigt, handelt es sich beim Sponsoring (ausgenommen Namensrecht) um ein operatives Geschäft der Gesellschaft. D.Live hat das Sponsoring mit Rheinmetall im ihr gegebenen Prüfungsprozess umfassend geprüft. Diese Prüfung umfasste die gesetzlichen Bestimmungen, die Gesellschaftssatzung, den Public Corporate Governance Kodex der Landeshauptstadt Düsseldorf, den Code of Conduct der Gesellschaft und das gesellschaftliche Engagement des Unternehmens, besonders in Düsseldorf. Zudem ist eine Rücksprache mit den vom Sponsor ausgewählten begünstigten Vereinen erfolgt.

Schlussendlich liegt es in der Selbstbestimmung der Begünstigten, hier der geförderten Sportvereine, ob diese das Sponsoring wünschen und welche Ausgestaltung des Sponsoringverhältnisses ihrerseits mit dem Sponsor vereinbart wird. Somit ist das Zustandekommen der Sponsoring Vereinbarung im freien Ermessen gemeinsam mit den begünstigten Sportvereinen erfolgt. Eine Einbindung weiterer Gremien oder Gremienvertreter*innen war somit nicht notwendig und ist nicht erfolgt.

Antwort zu Frage 2:
Die Werbeleistungen gegen Geldmittel durch das Sponsoring werden jeweils von jedem begünstigten Sportverein individuell angeboten und verhandelt.

Antwort zu Frage 3:
Die Summen aus Sponsoringverträgen werden öffentlich grundsätzlich nicht genannt. Der Aufsichtsrat wurde in der letzten Sitzung zu diesem Thema informiert.