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Ausschuss für Wohnungswesen und Modernisierung

Wohnungsbauvolumen der SWD

Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung am 17.01.2022 (AWM/005/2022 ):

Anfang 2019 setzte sich die SWD das Ziel, pro Jahr 200 Wohnungen zu entwickeln; mit einem Anteil an gefördertem Wohnungsbau von 50 Prozent oder mehr. Aufgrund der Demographie und einer Nachfrage nach Sozialwohnungen in Düsseldorf, welche das Angebot stark übersteigt, schien das der LINKEN Ratsfraktion ein bescheidenes Ziel.

Der damalige SWD-Geschäftsführer Dr. Heinrich Labbert nannte gegenüber der Presse das Ziel der Entwicklung von 1.200 bis 1.500 Wohnungen beziehungsweise Baugenehmigungen bis zum Jahr 2024; einschließlich Erwerb der nötigen Grundstücke.

Eine Anfrage der LINKEN zur Sitzung des AWM am 04.02.2019 erbrachte genauere Zahlen: 600 Wohnungen wollte die SWD durch Verdichtung des Bestands gewinnen, 1.000 durch Neubau. Die Grundstücke für diese Neubauten sollten von der SWD jedoch alle erst erworben und Baurecht geschaffen werden. Zwölf dafür geeignete Grundstücke seien in Zusammenarbeit mit dem Liegenschaftsamt identifiziert worden. 1.500 Baugenehmigungen für die geplanten Wohnungen sollten bis zum Jahr 2022 vorliegen. Diese Aussage implizierte, dass auch die nötigen Grundstücke 2022 bereits im Besitz der SWD sein sollten.

Am 25.10.2021 berichtete Dr. Labbert dem AWM über das aktuelle Portfolio der SWD und ihre Bau- und Modernisierungsvorhaben. In der Präsentation waren keinerlei Aussagen zur Umsetzung der 2019 gesteckten Ziele der SWD enthalten. Rückschlüsse aus den präsentierten Daten sind nur teils möglich: Angaben zu den in 2019 und 2020 errichteten Wohneinheiten fehlen.

Die Planung für das Jahr 2024 ist in einem Zeitraum „2024-2026“ zusammengefasst. Zum Erwerb der notwendigen Grundstücke wurde nicht berichtet.

Klar erkennbar ist, dass das Ziel, jährlich 200 Wohneinheiten zu errichten, bisher bei Weitem verfehlt wird: 2021 sollten lediglich 54 anstelle der 200 versprochenen Wohneinheiten fertiggestellt werden. Das bedeutet einen Zugewinn von bestenfalls 30 Sozialwohnungen im Jahr. Umso höher sind die dargestellten Planzahlen der SWD für die nächsten Jahre – eine Verdoppelung ist für 2022 vorgesehen (was immer noch 93 Wohneinheiten unter Plan bedeutet), eine Versiebenfachung für 2023. Bis einschließlich 2023 plant die SWD so die Errichtung von 515 Wohneinheiten.

DIE LINKE Ratsfraktion bewertet das Planungsvolumen der SWD immer noch als zu gering. Angesichts des Mangels an Sozialwohnungen und explodierender Mieten durch Wohnungsspekulation ist aus LINKER Perspektive eine Offensive des sozialen Wohnungsbaus nötig. Dazu muss die Stadt die SWD nicht nur mit mehr Grundstücken, sondern auch mit den nötigen Kapazitäten ausstatten; etwa in Form von städtebaulichen Verträgen mit langfristiger Finanzierung.

Von der Beantwortung ihrer Anfrage erhofft sich DIE LINKE Aufschluss darüber, in wie weit die Stadt und die SWD beim Wohnungsbau ihrer Verantwortung gerecht werden.

DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:

  1. Wie viele Wohneinheiten hat die SWD seit 2019 jährlich geschaffen bzw. plant sie bis einschließlich 2024 zu schaffen? Bitte aufschlüsseln nach Jahr und Neubau oder Verdichtung/Aufstockung.
     
  2. Für wie viele Wohneinheiten hat die SWD seit 2019 Baugenehmigungen erhalten?
     
  3. Für wie viele Wohneinheiten wurden seit 2019 welche Grundstücke erworben bzw. sollen bis einschließlich 2024 erworben werden? Bitte aufschlüsseln nach Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

Julia Marmulla                           Ben Klar                             Mbulelo Dlangamandla

 

Aufgrund des Ausfalles der Januar Sitzung wurde die Anfrage in der Sitzung im Februar beantwortet:

Antwort der SWD auf die Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung am 17.01.2022 zum Wohnungsbauvolumen der SWD

Vorbemerkung:
Die SWD engagiert sich mit großem Einsatz für den Neubau von bezahlbarem Wohnraum in Düsseldorf. Zu Beginn des Jahres 2021 und auch im Geschäftsbericht für das Jahr 2020 hat die SWD den Neubau von über 1.000 Wohnungen bis zum Jahr 2026 als Ziel benannt. Entsprechend kann man vor den Jahren 2024/25 nicht einschätzen, ob dieses Ziel im Jahr 2026 oder erst später erreicht wird.

Eine Betrachtung, die primär darauf blickt, ob in jedem Jahr durchschnittlich 200 Wohnungen fertiggestellt worden sind, wird der Komplexität und Unterschiedlichkeit von Bauprojekten in Planung, Genehmigung und Umsetzung nicht gerecht. Die SWD plant Bauprojekte, die Volumina von fünf bis ca. 180 Wohneinheiten haben und bringt sie zur Umsetzung. Dabei richtet sich der Fokus auf eine erfolgreiche möglichst zügige Realisierung der Projekte und nicht auf jährliche Quoten, die anhand von stichtagsbezogenen Werten ermittelt werden.

Falls eine Baugenehmigung oder der Kauf bzw. die Übertragung eines Grundstücks mehr Zeit beansprucht, dann verzögert sich auch rasch der Baubeginn, und die Fertigstellung eines Projektes gelingt erst in einem Folgejahr. Die Wohneinheiten entstehen aber dennoch. Dies wird erkennbar in der hohen Prognose für die Fertigstellung von Wohneinheiten im Jahr 2023.

Die SWD weist darauf hin, dass in der folgenden Aufstellung große geplante Projekte wie an der Meineckestraße mit ca. 180 Wohneinheiten oder an der Elisabethstraße/Bachstraße mit 101 Wohneinheiten seitens der SWD noch gar nicht berücksichtigt sind, weil sie sich 2024 noch im Bau befinden werden.

Der Mangel an großen Grundstücken in Düsseldorf ist eine Herausforderung auch für die SWD. Grundstücke, auf denen mit einem Projekt hohe Zahlen von Wohneinheiten geschaffen werden können, sind rar. Deshalb analysiert die SWD auch kontinuierlich, wo sich im Bestand Nachverdichtungen anbieten und setzt diese um. Beispiele sind die vier Mehrfamilienhäuser mit 42 Wohneinheiten in der Siedlung am Hellweg oder in der Siedlung Grünau mit 121 Wohneinheiten durch Aufstockung von Bestand und Neubau dreier Häuser. Diese Strategie wird konsequent weiterverfolgt. In der Folge führt dies zu einer Vielzahl an kleineren und mittelgroßen Projekten.

Die Liste der Bauprojekte entwickelt sich darüber hinaus beständig weiter. Es wird beabsichtigt, dass auch in den kommenden Jahren noch weitere Projekte hinzukommen können, die zukünftig zu zusätzlichen Neubauprojekten und weiteren errichteten Wohneinheiten führen sollen. Generell muss erwähnt werden, dass die gesamte Baubranche in den kommenden Jahren vor Herausforderungen im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Fachkräften und Rohstoffen und dynamisch steigenden Baukosten steht.

Antwort zu Frage 1:
2019: - 20 Wohneinheiten Neubau fertiggestellt

2020: - 209 Wohneinheiten Neubau fertiggestellt

2021: - 54 Wohneinheiten Neubau fertiggestellt (davon 21 in Neubauten als Nachverdichtung in Siedlung am Hellweg)

2022: - 106 Wohneinheiten Neubau (davon 20 in Neubauten als Nachverdichtung in Siedlung am Hellweg)

2023: - 308 Wohneinheiten Neubau (davon 9 in Neubau als Nachverdichtung an der Säckingerstraße/Scheffelstraße) - 44 neue Wohneinheiten durch Aufstockung

2024: - 77 neue Wohneinheiten in Neubauten als Nachverdichtung in Siedlung Grünau

Antwort zu Frage 2:
Die SWD hat seit dem Jahr 2019 Baugenehmigungen für insgesamt 410 Wohneinheiten erhalten. Bei 69 Wohneinheiten, für die eine Baugenehmigung erteilt wurde, handelt es sich um Modernisierungen.

Antwort zu Frage 3:
Ankäufe 2019:
- Benzstraße 12: 10 Wohneinheiten
- Himmelgeisterstraße 236a+b: 21 Wohneinheiten
- Lohbachweg 31-35: 54 Wohneinheiten

Einbringungen 2019:
- Löbbecke-/Lacombletstr.: 39 Wohneinheiten

Ankäufe 2020:
- Cottbusser Straße/Am Quellenbusch: 27 Wohneinheiten

Einbringungen 2020:
- Heyestraße 51-53: 61 Wohneinheiten

Ankäufe 2021:
- Erna-Eckstein-Straße: 160 Wohneinheiten

Einbringungen 2021:
- Am Bonneshof 21: 33 Wohneinheiten
- Am Roten Haus: 20 Wohneinheiten

Für die Zukunft beabsichtigt sind der Ankauf oder die Einbringung der folgenden Grundstücke:
- Talstraße: 15 Wohneinheiten
- Meineckestraße: ca. 180 Wohneinheiten
- Chemnitzer Straße: 44 Wohneinheiten
- Grünau/Knechtstedenstraße: 77 Wohneinheiten (Punkthäuser)
- Elisabeth-/Bachstraße: 182 Wohneinheiten