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Pressemitteilung

DIE LINKE fordert Freilassung von Gisa M.: Gefängnisstrafe für Bahnfahren ohne Fahrschein ist unverhältnismäßig

Für den 07.11.2022 ruft Fiftyfifty zu einem Protest vor der Staatsanwaltschaft Düsseldorf für die Freilassung von Gisa M. auf. Die 56-Jährige ist in Haft, weil sie ohne gültigen Fahrausweis Bahn gefahren ist. Die Ratsfraktion und der Kreisverband DIE LINKE Düsseldorf unterstützen den Protestaufruf und fordern die sofortige Freilassung von Gisa M.

Kea Detmers, Sprecherin des Kreisverbands der LINKEN, wirft der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft eine Gefährdung von Gisa M. vor:

"Da überwindet eine Frau mit Hilfe von Fiftyfifty die Obdachlosigkeit, bekommt ihre Suchtkrankheit in den Griff, baut sich wieder ein geregeltes Leben auf - und dann kommt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft daher und gefährdet diese Erfolge: Gisa M. soll ins Gefängnis, weil sie sich die Fahrkarten nicht leisten konnte. Das ist Bestrafung von Armut und völlig unverhältnismäßig. Die Staatsanwaltschaft muss dem Gnadengesuch zustimmen, damit Gisa M. ihre Therapie fortsetzen kann."

Anja Vorspel, Sprecherin der LINKEN Ratsfraktion und Mitglied im Verkehrsausschuss, sieht die Stadt in der Mitverantwortung:

"Die Rheinbahn ist für die Anzeige gegen Gisa M. verantwortlich. DIE LINKE ist der Meinung, dass es nicht im Sinne der Stadt ist, was die Rheinbahn als städtische Beteiligung hier angerichtet hat. ÖPNV-Nutzung ohne gültige Fahrkarte sollte als Ordnungswidrigkeit behandelt werden, und nicht als Straftat - das fordert der Deutsche Anwaltsverein seit Jahren. DIE LINKE steht hinter Gisa M. und wird das Handeln der Rheinbahn zum Thema im Stadtrat machen, wenn Gisa M. nicht freigelassen wird. DIE LINKE wird außerdem auch in diesem Jahr beantragen, dass es ein bezahlbares Sozialticket gibt."