Arbeitsbedingungen an der Volkshochschule verbessern
Antrag der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Rates am 25. Juni 2015: Die Verwaltung wird aufgefordert, zusammen mit der Volkshochschule und der Dozentenvertretung der VHS Düsseldorf eine Neufassung der „Richtlinien über Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterhonorare für Veranstaltungen der Volkshochschule“zu erarbeiten und dem Kuratorium der VHS und dem Rat zum Beschluss vorzulegen.
Begründung:
An dem größten staatlich anerkannten und geförderten Weiterbildungsanbieter in Düsseldorf, der Volkshochschule, nehmen jährlich Tausende Menschen an Weiterbildungsangeboten teil. Die angebotenen Kurse sind hervorragend besucht, die Bewertung durch die Teilnehmenden durchweg ausgesprochen positiv. Dieses Angebot wird durch 817 Dozentinnen und Dozenten gesichert, deren Arbeit „von hoher fachlicher und pädagogischer Qualität“ gekennzeichnet ist, so heißt es auf der Internetseite der Stadt Düsseldorf.
Die Vergütung der Tätigkeit spiegelt diese Tatsache allerdings in keiner Weise wider – die gezahlten Honorare sind äußerst gering. Aus einer Anfrage der Fraktion DIE LINKE im städtischen Schulausschuss geht hervor, dass das Regelhonorar der Dozentinnen und Dozenten gerade einmal 19,00 Euro beträgt. Hiervon wird in der Regel noch einmal rund 36 % für Sozialversicherungen abgezogen, die zu versteuernden Stundensätze liegen somit noch niedriger. Gestiegen ist das Regelhonorar in der Vergangenheit kaum: 2001 wurde ein Honorar von 17,50 Euro gezahlt, 2010 erfolgte die letzte Anhebung auf 19,00 Euro.
Die Dozentinnen und Dozenten bekommen zudem keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlten Urlaub. Für ausgefallene Veranstaltungen wird keine Vergütung gezahlt, ebenso nicht für die Vor- und Nachbereitung von Seminaren und Kursen.
Die Arbeitsbedingungen der Dozentinnen und Dozenten an der Volkshochschule müssen schnellstmöglich verbessert werden. Eine deutliche Erhöhung der Stundenhonorare ist dringend erforderlich (die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert 30,00 Euro). Mittelfristig sollten den Dozentinnen und Dozenten geregelte Arbeitsverhältnisse in Form von Festanstellungen angeboten werden.
Anders lässt sich der selbst gestellte Qualitätsanspruch des Angebotes nicht aufrecht halten, insbesondere auch weil die VHS mittlerweile Nachwuchsprobleme bei den DozentInnen hat.
Freundliche Grüße
Angelika Kraft-Dlangamandla Lutz Pfundner
