Beschleunigte Verwaltungsverfahren für Startups

Ausschusses für Wirtschaftsförderung, internationale und regionale Zusammenarbeit

Anfrage der Ratsfraktion Die Linke Düsseldorf zur Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, internationale und regionale Zusammenarbeit am 20.01.2026 (AWIR/010/2026):

Startups leisten einen wichtigen Beitrag für Innovation, Beschäftigung und wirtschaftliche Entwicklung in Düsseldorf. Gleichzeitig berichten Gründer:innen in Deutschland immer wieder von komplexen und langwierigen Melde- und Genehmigungsverfahren. Bei der Existenzgründung werden diese häufig als eines der größten Hindernisse benannt. Landesweite Erhebungen zeigen, dass viele Unternehmen die Vereinfachung und Beschleunigung von Verwaltungsverfahren als zentrale Aufgabe der Politik ansehen.

Für Düsseldorf liegen öffentlich keine Daten dazu vor, welche verwaltungsbezogenen Anforderungen für Startups insbesondere für Einzelunternehmer:innen ohne finanzielle Reserven besonders herausfordernd sind, wie viele Gründungen an solchen Anforderungen scheitern oder verzögert werden und welche Wirkung bestehende Unterstützungsangebote haben. Gleichzeitig präsentiert sich Düsseldorf als wichtiger Startup-Standort mit einer eigenen Startup-Unit und verschiedenen Unterstützungsstrukturen.

Um die Wirksamkeit dieser Angebote einschätzen zu können und möglichen Handlungsbedarf beim Bürokratieabbau zu erkennen, sehen wir eine transparente Darstellung der verwaltungsbezogenen Anforderungen und ihrer Folgen für Startups in Düsseldorf als notwendig an.

Die Linke Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:

1. Welche typischen behördlichen Verfahren, Melde- und Genehmigungspflichten für Startups und insbesondere für Einzelunternehmer:innen in Düsseldorf erfordern die längsten Bearbeitungszeiten, die häufigsten Nachforderungen oder bewirken die größten Verzögerungen?

2. Wie viele Startups in Düsseldorf haben in den vergangenen fünf Jahren ihre Gründung erfolgreich abgeschlossen, wie viele abgebrochen, verzögert oder aufgegeben?

3. Welche Schritte plant die Verwaltung zur Vereinfachung und Beschleunigung von Verwaltungsvorgängen für Startups und insbesondere für Einzelunternehmer:innen?
 

Freundliche Grüße
Thomas Eberhardt-Köster              Özge Aslan                 Michael Driesch


Antwort der Verwaltung durch den Beigeordneter Christian Zaum:

Antwort zu Frage 1:
Die Gewerbeanmeldung im Land Nordrhein-Westfalen (NRW) erfolgt grundsätzlich digital über das Serviceportal der Wirtschaft NRW. Ergänzend hierzu besteht bei der Landeshauptstadt Düsseldorf die Möglichkeit einer persönlichen Vorsprache bei. Die für die Gewerbeanmeldung erforderlichen Formulare werden vorab über das städtische Internetportal zur Verfügung gestellt, um eine vollständige Antragstellung und die Vermeidung von Verzögerungen zu unterstützen.

Bei persönlicher Vorsprache kann die Gewerbeanmeldung in der Regel unmittelbar abgeschlossen werden. Dem Wirtschaftsförderungsamt liegen keine Erkenntnisse über überdurchschnittlich lange Bearbeitungszeiten, häufige Nachforderungen oder strukturelle Verzögerungen im Zusammenhang mit der Gewerbeanmeldung von Startups oder Einzelunternehmen in Düsseldorf vor.

Antwort zu Frage 2:
Nach vorliegenden Informationen des externen Analyseunternehmens „Startup Detector“ wurden seit dem Jahr 2021 in Düsseldorf insgesamt 318 Unternehmen gegründet, die als Startups klassifiziert werden können. Von diesen Unternehmen wurden nach derzeitigem Kenntnisstand 38 liquidiert.

Im Jahr 2025 ist Düsseldorf als stärkster Aufsteiger auf Platz 3 der Gründungsstandorte in Deutschland aufgestiegen (Vorjahr: Platz 8), insgesamt wurden in 2025 knapp 100 Startups neu gegründet.

Dem Wirtschaftsförderungsamt liegen ausschließlich Daten zu erfolgten Startup-Gründungen vor. Belastbare Zahlen zu abgebrochenen oder verzögerten Gründungsvorhaben können nicht erhoben werden, da entsprechende Vorgänge statistisch nicht erfasst werden.

Antwort zu Frage 3:
Grundsätzlich liegt die Zuständigkeit für die Gewerbeanmeldung beim Land
NRW und ist vollständig digitalisiert.