Anfrage zur Szeneverschiebung und Unterstützungsangeboten für suchtkranke Menschen im Kontext des Projekts „SiBu„

Ausschuss für Gesundheit und Soziales

Anfrage der Ratsfraktion Die Linke. Düsseldorf zur Sitzung des AGS am 27.01.2026 (AGS/006/2026):

Im Zuge des Projekts „SiBu“ („Sicherheit im Bahnhofsumfeld“) hat die Stadt Düsseldorf in den vergangenen Monaten Maßnahmen ergriffen, um die Aufenthaltsqualität im Bereich rund um den Hauptbahnhof zu verbessern. In diesem Zusammenhang wurde auch versucht, die offene Drogenszene vom Worringer Platz weitgehend zu verdrängen. Zeitgleich wurden an anderer Stelle (u. a. Erkrather Straße, Karlstraße/Friedrich-Ebert-Straße) neue Angebote geschaffen, darunter Tagesangebote, Aufenthaltsflächen und Streetwork-Teams.

Verschiedene Presseberichte legen nahe, dass sich die Drogenszene als Reaktion darauf aber zunehmend auf Nebenstraßen oder neue Plätze verlagert hat.

In den letzten Wochen wurde die Eisenstraße 49 teilweise geräumt, um dort, laut Medienberichten, einen Standort für suchtkranke Menschen zu schaffen.

Die Linke Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:

1. Wann und wie wurden Bewohner:innen der Eisenstraße und weitere örtliche Stakeholder über Entscheidung, Konsequenzen und Umsetzungstermin bzgl. der neuen Pläne für die Eisenstraße informiert und in Prozesse eingebunden?

2. Wie sieht die zeitliche Planung für Bearbeitung und Veröffentlichung des SiBu-Gesamtkonzeptes aus?

3. Sind weitere kurzfristige Projekte geplant, die im Rahmen SiBu umgesetzt werden sollen?

Freundliche Grüße
Matthias Poczatek         Renate Steinsberger                   Cornelia Schlemper


Antwort der Verwaltung durch die Beigeordnete Koch:

Antwort zu Frage 1:

Neben den Bewohnerinnen und Bewohnern der Eisenstraße wurden auch beteiligte örtliche Stakeholder, wie beispielsweise der Pflegedienst Care 24, frühzeitig über die grundsätzliche Notwendigkeit einer Verlegung an andere Standorte informiert. Hierzu wird auf die Beantwortung der Ratsanfrage RAT/436/2025 von 11. Dezember 2025 verwiesen.

Unabhängig davon dient die Einrichtung derzeit noch bis einschließlich März 2026 als ergänzende Winternothilfe.

Bereits seit geraumer Zeit – und damit deutlich vor der konkreten Umsetzungsplanung für den Standort Eisenstraße – wurde parallel die konzeptionelle Ausgestaltung einer niedrigschwelligen Aufenthalts- und Beratungsstelle mit psychosozialen, medizinischen und psychiatrischen Angeboten entwickelt. Diese erfolgt fortlaufend im Rahmen des Projekts Sicherheit im Bahnhofsumfeld (SiBu) in entsprechenden Arbeitsgruppen. Beteiligt sind das Amt für Migration und Integration, das Gesundheitsamt, Träger der Suchthilfe sowie weitere relevante Akteur:innen. Ordnungs- und sicherheitsrelevante Aspekte wurden von Beginn an systematisch geprüft und in die Überlegungen einbezogen.

Die Entscheidung, den Standort Eisenstraße in diese langfristig angelegte konzeptionelle Entwicklung einzubeziehen, ist Ergebnis dieses fortlaufenden fachlichen Prozesses. Die Umsetzung soll dabei schrittweise erfolgen und fachlich eng begleitet werden, um auf Erkenntnisse aus der Praxis reagieren und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen zu können.

Eine Einbindung der Bürgerinnen und Bürger ist unter anderem im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgesehen, die am Dienstag, den 03.02.2026, stattfinden soll. Dort wird über die fachlichen Hintergründe, Zielsetzungen sowie den aktuellen Stand der Planungen informiert. Ergänzend haben zwischenzeitlich Gespräche mit der Schulleitung des benachbarten Lessing-Gymnasium und Berufskollegs stattgefunden.

Antwort zu Frage 2:
Ein Entwurf des Konzeptes, welches sich an bereits erprobten Ansätzen, insbesondere am sogenannten Züricher Modell orientiert liegt vor und wird aktuell durch weitere Arbeitsgruppen sowie beteiligte Partner:innen geprüft, ergänzt und fachlich abgestimmt. Eine Vorstellung des Konzeptes ist für die kommende Sitzung des AGS am 03.03.2026 vorgesehen.

Ergänzend wird eine eigene Landing Page eingerichtet, auf der die Ziele und alle Maßnahmen des Projekts sowie der jeweilige Umsetzungsstand transparent und gebündelt dargestellt werden.

Antwort zu Frage 3:
Neben den bereits bekannten Maßnahmen ist die kurzfristige Planung und Prüfung zusätzlicher Alternativflächen vorgesehen, um flexibel auf Bedarfe reagieren und Maßnahmen sinnvoll ergänzen zu können.

Darüber hinaus arbeiten alle beteiligten Arbeitsgruppen kontinuierlich innerhalb ihrer jeweiligen Zuständigkeiten an weiteren Planungen und Umsetzungsschritten. Diese befinden sich auf unterschiedlichen Bearbeitungsständen und werden fortlaufend weiterentwickelt.

Auf der geplante Landing Page werden die entsprechenden Planungen ebenfalls dargestellt werden.