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Castoren rollten durch Düsseldorf - Die Linke fordert Aufklärung und Transport-Stopp

Pressemitteilung

Nach Presseberichten haben das Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) sowie die Polizei Münster bestätigt, dass „mit ziemlicher Sicherheit" die Hubschraubereinsätze über Düsseldorf in der Nacht auf den 15.10.2026 der Absicherung von Castor-Atommülltransporten dienten. Die Linke Ratsfraktion Düsseldorf sieht dadurch ihre wiederholten Warnungen im Stadtrat bestätigt und fordert von Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller Aufklärung.

Schon im Oktober 2025 hatte Die Linke mit ihrer Ratsanfrage „Atomtransporte durch Düsseldorf geplant" auf die erheblichen Risiken der Castor-Transporte mit 300.000 hochradioaktiven Brennelementen von Jülich nach Ahaus hingewiesen. Insbesondere warnte die Fraktion vor einer möglichen Streckenführung über die Düsseldorfer Autobahnen und durch den Flughafentunnel der A44 im Düsseldorfer Norden, da Brände oder Unfälle in Tunnelanlagen besonders schwierig und gefährlich zu bekämpfen sind.

Die Stadtverwaltung äußerte laut Protokoll zur Ratssitzung, dass „keine Transporte geplant [sind], die durch den Zuständigkeitsbereich der Feuerwehr Düsseldorf führen".  Für den Ernstfall verwies die Verwaltung lediglich darauf, dass die Feuerwehr den Flughafentunnel in unter acht Minuten erreichen und unverzüglich eine „Notdekontamination für Personen" gewährleisten könne.

Dazu erklärt Sigrid Lehmann, Sprecherin der Ratsfraktion Die Düsseldorf:

„Offenbar rollten die Atomtransporte sogar ohne Wissen der Düsseldorfer Polizei durch die Stadt. Wusste die Feuerwehr Bescheid? Rollten die hochradioaktiven Transporte durch den Flughafentunnel? Wir wollen wissen, ob die Stadt Düsseldorf wirklich nicht darüber informiert war, dass ihre Bevölkerung einem Hochrisiko ausgesetzt war. Wir haben es satt, dass die Düsseldorfer*innen im Dunkel gelassen werden über die vermeidbaren Risiken, denen sie ausgesetzt sind."

Ein Antrag der Linken, sich nach dem Vorbild von Münster bei der Landes- und Bundesregierung gegen Atomtransporte durch das Stadtgebiet einzusetzen, wurde im Stadtrat am 16.07.2026 abgelehnt. Die Grünen sprachen davon, dass man "da relativ wenig ausrichten" könne.

Matthias Poczatek, Ratsmitglieder der Linken, der den Antrag in der Juli-Sitzung im Rat eingebracht hatte, kommentiert:

„Wer unsere Warnungen vor drei Monaten noch als Panikmache abgetan oder geglaubt hat, Düsseldorf könne sich bei diesem Thema wegducken, wurde heute Nacht eines Besseren belehrt. Wir haben in der Ratssitzung eindringlich an alle demokratischen Fraktionen und insbesondere an Bündnis 90/Die Grünen appelliert, dem Beispiel aus Münster zu folgen, wo Grüne, SPD, Volt, Die Linke, Die PARTEI und der Oberbürgermeister gemeinsam Kante gegen die Castor-Transporte gezeigt haben. Nach Einschätzung des NRW-Wirtschaftsministeriums soll dieser Irrsinn auf unseren Autobahnen noch bis zum Sommer 2028 weitergehen. Das bedeutet fast zwei weitere Jahre ständige Gefahr durch Unfälle oder Anschläge mitten im dicht besiedelten Raum. Als Linke sagen wir, der Stadtrat muss sich dagegen im Interesse der Düsseldorfer*innen wehren."

Die Linke Ratsfraktion Düsseldorf schließt sich der Forderung der Anti-Atomkraft-Initiativen an, anstelle von Atomtransporten ein neues, sicheres Zwischenlager am Standort Jülich zu errichten, bis ein echtes Endlager gefunden ist. Da die Betriebserlaubnis für das Zwischenlager im münsterländischen Ahaus ohnehin am 31. Dezember 2036 endet, sei der aktuelle „Atommülltourismus" quer durch Nordrhein-Westfalen nicht nur hochgefährlich, sondern löse das Problem nicht.

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