Geplante Senkung der Sozialwohnungsquote in Düsseldorf: Die Linke im Stadtrat warnt Düsseldorfer CDU und Grüne vor Vertrauen auf den Markt beim Wohnungsbau
Im Vorfeld der Düsseldorfer Ratssitzung am kommenden Donnerstag, den 24.09.2026, kündigt Die Linke Ratsfraktion an, die Beschlussvorlage der Verwaltung zur Weiterentwicklung der Quotierungsregelungen für den Wohnungsbau strikt abzulehnen. Die Stadtspitze will die Quote für öffentlich geförderten, sozialen Wohnungsbau auf privaten Grundstücken von bislang 50 Prozent auf 30 Prozent absenken. Bei Bauprojekten mit weniger als 75 Wohneinheiten soll die Quotierung künftig sogar vollständig entfallen. Dies hat der Düsseldorfer Mieterverein in einer Presseerklärung am 22.09.2026 scharf kritisiert.
Die Linke Ratsfraktion Düsseldorf äußert ebenfalls Kritik und kündigt ihre Ablehnung der Veränderungen an.
Julia Marmulla, wohnungspolitische Sprecherin der Linken, zieht das Ergebnis der Wahl zum Berliner Senat heran, um ihre Botschaft an Düsseldorfer CDU und Grüne zu unterstreichen:
„Eines haben Wahlen in Berlin eindrücklich gezeigt: Die Linke hat als einzige Kraft konsequent auf die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne hingearbeitet und auch damit diese Wahlen gegen eine CDU-SPD-Koalition gewonnen. Die Berliner Grünen haben ihre Unterstützung für eine Koalition mit der Linken bekundet. Hier in Düsseldorf aber setzt eine Schwarz-Grüne Koalition weiter ungebremst auf den Markt. Die Wohnungsnot lässt sich nicht mit Geschenken an Wohnungskonzerne lösen! Das haben die Mieter*innen und die Menschen auf Wohnungssuche auch in Düsseldorf aber längst erkannt und jetzt auch der Düsseldorfer Mieterverein unterstrichen.“
Der Fraktionssprecher der Linken, Chris J. Demmer, kündigt daher entschiedenen Widerstand für die anstehende Ratssitzung am 24. September an:
„Die Linke in Düsseldorf wird sich am Donnerstag im Stadtrat mit aller Kraft dagegen einsetzen, dass privaten Investoren neue Schlupflöcher geöffnet werden, um allen verbindlichen Auflagen für den sozialen Wohnungsbau zu entgehen. Wenigstens die Grünen sollten endlich einsehen, dass sie im Koalitionsvertrag mit der CDU eine fatale Vereinbarung für die Wohnungspolitik getroffen haben. Noch ist Zeit, diesen schweren Fehler abzuwenden und den Schutz der Mieter*innen an erste Stelle zu setzen.“
Die Linke hat an den schwarz-grünen Plänen bereits kritisiert, dass mit einer größeren Quote für einen so genannten „gemeinwohlorientierten“ Wohnungsbau die Senkung der Sozialwohnungsquote kaschiert werden solle. Marmulla dazu: „Das ist Augenwischerei. Mit lachhaft niedrigen Anforderungen, ohne Mietpreisobergrenzen und ohne jede vorgeschriebene Bindungsfrist haben die als ‚gemeinwohlorientiert‘ bezeichneten Wohnformen diesen Namen einfach nicht verdient.“
