Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen und Mädchen: Die Linke will drittes Frauenhaus 2026 angehen

Pressemitteilung

Fälle häuslicher Gewalt haben im vergangenen Jahr erneut deutlich zugenommen – der heutige Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen und Mädchen soll dazu dienen, der Opfer zu gedenken. Doch der Aktionstag an sich und das Gedenken reichen der Linken in Düsseldorf nicht aus

„Es ist richtig und wichtig, dass es einen solchen Tag gibt, jedoch brauchen wir konkrete Maßnahmen, um dieser unsäglichen Gewalt entgegenzuwirken“, so Nicole Müller, neues Ratsmitglied der Linken. Düsseldorf brauche dringend ein neues Frauenhaus, um Betroffene sexualisierter Gewalt besser schützen und auffangen zu können. Sie bewertet die Freitag veröffentliche Ankündigung von Gesprächen zwischen Stadtverwaltung und Gleichstellungsministerium zu dem Thema als Lippenbekenntnis. Die konkrete Planung des einst für 2025 zugesagte Frauenhaus mit integrierter Clearingstelle, werde wohl auf weitere Jahre nach hinten geschoben, obwohl es dringlichst gebraucht wird.

Anders die Linke: Sie möchte das Thema weiter vorantreiben und kündigt an, einen Antrag einzubringen, damit in Düsseldorf die notwendigen finanziellen Mittel für ein weiteres Frauenhaus im kommenden Haushalt vorgesehen werden.

Im vergangenen Jahr sind die Straftaten gegen Frauen deutlich gestiegen. Laut einem Lagebericht des BKA wurden 308 Frauen und Mädchen getötet – die meisten von ihnen durch Partner, Ex-Partner oder andere Familienmitglieder. Wie aus dem kürzlich vorgestellten Lagebild des Bundeskriminalamts zur Gewalt gegen Frauen hervorgeht, gab es 2024 fast 266.000 Opfer häuslicher Gewalt. Das waren rund 10.000 mehr als im Jahr zuvor. Die Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt ist jedoch hoch. Die tatsächliche Zahl der Fälle ist wahrscheinlich deutlich höher, als die registrierten polizeilichen Zahlen. 

Die Istanbul-Konvention verlangt ausreichend viele Schutzräume, die flächendeckend angeboten und leicht zugänglich sind. Zudem sollen diese kostenlos, barrierefrei und sicher sein. Zum wiederholten Male kritisierte der GREVIO-Ausschuss des Europarates Deutschland und wirft dem Staat vor, den unterzeichneten Verpflichtungen nicht nachzukommen.

Da die Istanbul-Konvention mit der Bundesrepublik Deutschland geschlossen wurde, können die Kommunen hier nicht direkt belangt werden. Die Bundesländer haben zudem die Aufgabe, entsprechende Strukturen zu schaffen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Düsseldorf als Landeshauptstadt des bevölkerungsreichsten Bundeslandes könnte hier also eine Vorreiterrolle einnehmen, indem die Stadt die notwendigen Gelder für ein weiteres Frauenhaus selbst bereitstellt. Dennoch sei es wichtig, weiterhin Druck auf das Land NRW auszuüben, damit es seinen Verpflichtungen zum Schutz von Frauen nachkomme, so die Linke.

Um die bestehende Notlage schnell in den Griff zu bekommen und nicht noch mehr Tötungen zu riskieren, braucht es so schnell wie möglich einen weiteren Schutzort für von Gewalt betroffene Frauen. Denn davon gibt es in Düsseldorf zu wenige: Laut einem Richtwert, der aus einer Empfehlung des Europarates hervorgeht, sollte die Landeshauptstadt etwa 64 Schutzplätze bereitstellen. Tatsächlich stehen jedoch lediglich 16 Familienplätze zur Verfügung – ein deutlicher Missstand, der zeigt, wie dringend ein weiteres Frauenhaus in Düsseldorf benötigt wird.