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Maßnahmen der PFT Sanierung

Umweltausschuss

Anfrage der Fraktion DIE LINKE zur Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz am 20.03.2014:

An bisher vier identifizierten Stellen in Flughafennähe ist in den zurückliegenden Jahren PFT in das Erdreich gelangt. Der Giftstoff PFT ist biologisch nicht abbaubar. Eine thermische Behandlung scheidet auch aus, da diese mit hohem Energieaufwand verbunden ist. Bisher wird die Strategie verfolgt, mittels Ionenaustauschern (das sind Anlagen, die das PFT an der Oberfläche von Stoffen anlagern) und Filtern das bereits ins Grundwasser gelangte PFT herauszulösen. Diesen Vorgang bezeichnet man als hydraulische Sperre. Weiterhin wird die Möglichkeit erwogen, das sich im Boden befindliche PFT zu immobilisieren. Hierunter versteht man das Verfestigen des Bodens durch Stoffe wie Silikat, die ein weiteres Auswaschen des Giftes zum Grundwasser hin verhindern sollen. Dem Flughafenbetreiber erscheint der Abbau des verseuchten Bodens u. a. deshalb unpraktikabel, weil der Flugbetrieb dadurch beeinträchtigt werden könnte, was mit Mindereinnahmen verbunden wäre.

Generell ist aber eine Beseitigung eines Schadstoffes möglichst nahe an der Quelle, also an den Eintragsorten am effizientesten und sichersten. So verfährt die Stadt Wuppertal mit dem Boden eines  Industriegeländes, das ebenfalls unter anderem mit PFT belastet ist (Galvanikstandort an der Unterkohlfurth 76). Dort wurde 2010 auf einer Fläche von 1.400 m² und einer Aushubtiefe von 9 m 20.000 m³ Boden ausgebaggert. link zur Seite

Deshalb stellt die Ratsfraktion DIE LINKE folgende Fragen:

  1. Auf welche Menge wird der noch vorhandene Gehalt (Menge in kg) an PFT in dem Boden des Düsseldorfer Flughafens (an den Eintragungsorten) geschätzt (nach Hochrechnung von Messergebnissen)?

  2. Welche Möglichkeiten bestehen, den vergifteten Boden etwa durch Auswaschung und anschließende chemische Behandlung zu sanieren oder durch Beseitigung in einer Sondermülldeponie zu entsorgen?

  3. In welchem Maße ließen sich hierdurch die Ergebnisse der hydraulischen Sperre  verbessern und die Vollständigkeit und Sicherheit der Dekontaminierung (Entgiftung ) erhöhen, auch im Vergleich zu der bisher geplanten Immobilisierung?

Freundliche Grüße

Stephan Ungeheuer                             Odd Krause                             Anja Vorspel

Antwort der Verwaltung durch die beigeordnete Stulgies:

Frage 1:
Auf welche Menge wird der noch vorhandene Gehalt (Menge in kg) an PFT in dem Boden des Düsseldorfer Flughafens (an den Eintragsorten) geschätzt (nach Hochrechnung von Messergebnissen)?

Antwort:
Auf Grundlage der bisher vorliegenden Untersuchungen ist nach einer Schätzung der vom Flughafen beauftragten Gutachter davon auszugehen, dass an den bekannten Eintragsstellen im Boden eine Menge von mehr als 100 kg perfluorierter Tenside (PFT) vorhanden ist. Dieses Schadstoffpotenzial verteilt sich sowohl auf große Flächen als auch auf Tiefen von mehr als 10 m bis in die wassergesättigte Bodenzone. Genauere Angaben sind derzeit hierzu nicht möglich, da bisher nicht alle Schadensbereiche abgegrenzt werden konnten und zum Teil kleinräumig erhebliche Konzentrationsunterschiede vorliegen, die die Interpolation der Untersuchungsergebnisse und damit die Abschätzung des Schadstoffpotentials erschweren.


Frage 2:
Welche Möglichkeiten bestehen, den vergifteten Boden etwa durch Auswaschung und anschließende chemische Behandlung zu sanieren oder durch Beseitigung in einer Sondermülldeponie zu entsorgen?

Antwort:
Die Auswahl eines Sanierungsverfahrens ist Bestandteil der Sanierungsuntersuchung. Hierbei werden die geeigneten, erforderlichen und angemessenen Maßnahmen ermittelt und nach verschiedenen Gesichtspunkten bewertet. Kriterien hierzu sind u. a. die technische Durchführbarkeit, die Wirksamkeit, die Kosten und die Auswirkungen auf Betroffene und die Umwelt. In Frage kommen sowohl Dekontaminationsverfahren als auch Sicherungsverfahren.

Erfahrungen zur Bodenwäsche und chemischen Behandlung von PFT-Altlasten liegen bisher nicht vor. Die Beseitigung und Entsorgung kontaminierter Böden auf dazu zugelassene Deponien ist grundsätzlich möglich. Erst auf Grundlage der vergleichenden Untersuchung verschiedener Methoden im Rahmen der Sanierungsuntersuchung, die bisher für die PFT-Eintragsstellen auf dem Flughafengelände noch nicht vorliegt, ist eine Entscheidung über die Art der Sanierung möglich.


Frage 3:
In welchem Maße ließen sich hierdurch die Ergebnisse der hydraulischen Sperre verbessern und die Vollständigkeit und Sicherheit der Dekontaminierung (Entgiftung) erhöhen, auch im Vergleich zu der bisher geplanten Immobilisierung?

Antwort:
Zurzeit werden die Randbedingungen, durch die die Wirksamkeit von hydraulischen Abfangmaßnahmen sichergestellt wird, im Rahmen von Pumpversuchen ermittelt.

Diese Abfangmaßnahmen sind so zu dimensionieren und zu betreiben, dass die gesamte Grundwasserverunreinigung schnellstmöglich sicher erfasst wird. Sobald die Nachlieferung von Schadstoffen in den Grundwasserabstrom unterbunden ist, ist die Sanierung der Eintragsstellen durchzuführen. Je schneller und vollständiger dadurch ein weiterer Schadstoffeintrag ins Grundwasser vermieden wird, umso günstiger sind die Voraussetzungen für die Beseitigung der bereits vorliegenden Grundwasserverunreinigungen. Somit wird die Laufzeit der hydraulischen Maßnahmen entscheidend durch die Qualität der Sanierung der Eintragsstellen bestimmt, unabhängig von der Art und Weise der Sanierung.

Zusätzliche Anmerkung zur Anfrage:
Die in der Anfrage beispielhaft genannte Sanierung auf dem Gelände eines Glavanikbetriebes in Wuppertal ist wegen der im Bergischen Land charakteristischen morphologischen, geologischen, hydrologischen und hydrogeologischen Standortfaktoren nur begrenzt vergleichbar. Diese unterscheiden sich deutlich von denen in der Niederterrasse des Rheins. So weist zum Beispiel der Standort des Galvanikbetriebes eine erhebliche Hangneigung auf, wodurch die Rückhaltung und Abflussentwicklung von Niederschlägen beeinflusst wird.

Der Untergrund besteht in diesem Gebiet aus einer oberflächennahen Lehmschicht, deren Durchlässigkeit relativ gering ist. Trotz dieser und anderer Standortunterschiede werden Erfahrungen mit PFT – Boden- und Grundwassersanierungsmaßnahmen, die an anderen Stellen im Bundesgebiet durchgeführt wurden und werden, bei der Prüfung und Bewertung von Sanierungsvarianten der Verunreinigungen am Flughafen Düsseldorf berücksichtigt.

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