Neubau der Düsseldorfer Oper: Die Linke fordert 3-jähriges Moratorium: Prestigeprojekt auf den Prüfstand?

Pressemitteilung

Zur Ratssitzung am 7. Mai 2026 stellt die Ratsfraktion Die Linke. Düsseldorf den Antrag, dass der Stadtrat bis 2029 keine Finanzmittel mehr zur weiteren Planung und Realisierung des Neubaus der Deutschen Oper am Rhein freigibt. Auch die Verwaltung soll keine weiteren bindenden Verträge abschließen. Das würde insbesondere die Vorbereitung der Generalplanung des Projekts treffen. Aktuell plant die Stadtverwaltung einen entsprechenden Beschluss des Rates für den 16. Juli. Das Architekturbüro Snøhetta aus Oslo ist als Sieger des Wettbewerbs wahrscheinlicher Vertragspartner.

Hierzu erklärt Chris J. Demmer, Fraktionssprecher der Linken:

„Düsseldorf droht ein genehmigungspflichtiger Haushalt. Ein Opernneubau für 2 Milliarden Euro ist aus der Zeit gefallen. Die Linke fordert, dass wir erst 2029 erneut über die Zukunft der Oper sprechen. Bis dahin müssen wir weitere Kürzungen bei Sozialprojekten abwehren und wesentliche Investitionen in die Infrastruktur der Stadt tätigen. OB Kellers Prestigeprojekt gehört jetzt auf den Prüfstand.“

Die Linke betont in ihrem Antrag, dass in der momentan ernsten finanziellen Situation der Stadt eine neue Ehrlichkeit und Nüchternheit der Debatte geboten sei. Ein Moratorium bis 2029 gebe dem Rat und der Verwaltung die nötige Zeit, die Sinnhaftigkeit der bestehenden Beschlüsse neu zu evaluieren und die Weiterführung des Opernbetriebs am jetzigen Standort an der Heinrich-Heine-Allee ernsthaft zu prüfen. 

"Immer noch ignoriert die Ratsmehrheit, dass laut einer repräsentativen Umfrage 68,2 Prozent der Menschen in und um Düsseldorf den Milliarden-Neubau ohnehin ablehnen; er ist ein sozial ungerechtes Projekt," erinnert Demmer an eine von der Linken beauftragte Umfrage des Instituts Civey von 2024. "Daran hat sich durch die bedrohliche Haushaltslage nichts geändert - im Gegenteil spitzt sich die Frage der sozialen Gerechtigkeit zu."