Sanierung der Kunsthalle verschoben – Die Linke kritisiert Sparen am falschen Ende

Pressemitteilung

Die Stadt Düsseldorf hat am 28.01.2026 überraschend angekündigt, die Gesamtsanierung der Kunsthalle bis 2029 zu verschieben. Als Begründung gab die Stadtverwaltung an, dass die Sanierungen umfangreicher ausfallen werden als gedacht und die Sanierungsarbeiten mit Bauvorhaben im Umfeld abgestimmt werden müssten. Ursprünglich war die Sanierung 2022 beschlossen worden und sollte in diesem Sommer starten.

Für Die Linke Ratsfraktion Düsseldorf kritisiert Fraktionssprecher Chris J. Demmer die Entscheidung der Stadt scharf:

„Die erneute Verschiebung stößt vor allem den Künstler*innen, Initiativen und Beschäftigten im Gebäude vor den Kopf. Sie haben ihre Arbeit, ihre Programme und ihre wirtschaftlichen Planungen auf die zugesagte Sanierung ausgerichtet – und stehen nun wieder voll auf Anfang. Das darf man so einfach nicht machen!“

Co-Sprecherin Sigrid Lehmann ergänzt:

„Die Kunsthalle muss dringend saniert werden und das weiß die Stadtverwaltung schon lange. Deshalb ist auffällig, zu welchem Zeitpunkt der plötzliche Stopp der Sanierung kommt - erst vorige Woche wurde überraschend das Programm für Klimaförderung für weitere Anträge geschlossen. Das sah nach einer Notbremsung aus. Jetzt spart die Stadt durch den Stopp der Kunsthallen-Sanierung kurzfristig weiteres Geld. Das kommt dem Oberbürgermeister gelegen, weil die Finanzlage schwierig ist; die Ausgleichsrücklage wird zum Jahresende aufgebraucht sein und die Stadt muss eine Haushaltssicherung abwenden. Aber die Verzögerung notwendiger Programme ist Sparen am falschen Ende!“

Lehmann kritisiert in diesem Kontext die Milliardenpläne für eine neue Oper im Angesicht der Haushaltssicherung: „Noch im Dezember haben die anderen Fraktionen im Stadtrat den Neubau der Düsseldorfer Oper, ein Milliardenprojekt, durchgewunken, als seien das Peanuts. So kann man nicht wirtschaften; diese Großmannssucht muss ein Ende haben. Das Geld der Stadt, das Geld der Menschen, muss gerecht und nachhaltig investiert werden. Die Instandsetzung öffentlicher Gebäude gehört ebenso dazu wie die Kulturförderung; eine Milliardenoper gehört nicht dazu.“

Chris J. Demmer kündigt eine Anfrage zum Thema für die kommende Ratssitzung an: „Es wäre besser, die Stadt steigt jetzt zügig in die zugesagten Baumaßnahmen an der Kunsthalle ein, ansonsten wollen wir wissen, wie es zu diesem Debakel kommen konnte!“