Siegerentwurf für eine neue Düsseldorfer Oper ist eine Bausünde

Pressemitteilung

Nach der Vorstellung der prämierten Entwürfe für eine neue Düsseldorfer Oper am 13.11.2025 wird in den lokalen Medien das Für und Wider vor allem des Siegerentwurfs diskutiert. Aus der Ratsfraktion Die Linke gibt es deutliche Worte zu den Qualitäten der Entwürfe.

Früh zeichnete sich aber, dass Die Linke keinen der Entwürfe für eine neue Oper unterstützen kann, so Fraktionssprecherin Sigrid Lehmann: 

„Der Grundfehler des Wettbewerbs war die Vorgabe der Ratsmehrheit, dass das Gebäude eine immense Fläche bieten soll. Es war unvermeidlich, dass monumentale Klötze von Gebäuden prämiert wurden. Dem konnten wir nicht zustimmen. Verantwortlich für diese Gigantomanie sind CDU, Grüne und SPD, die unbedingt neben der Oper noch die Musikschule, Musikbibliothek und andere Angebote in den Neubau pressen wollten. Diese Parteien behaupten, dass das Operngebäude durch die zusätzlichen Angebote von weiten Teilen Bevölkerung genutzt werden wird.  Das ist Augenwischerei und führt dazu, dass jetzt ein erdrückender Koloss von Gebäude an den Wehrhahn kommen soll. Die Grünen hatten ihren Wählerinnen und Wählern versprochen, dass so etwas nicht ohne einen Bürgerentscheid passieren würde – aber sie haben die Bevölkerung getäuscht.“

Linken-Ratsmitglied Julia Marmulla sieht neben Gigantomanie auch andere Fehler der Entwürfe:

„Der Siegerentwurf von Snøhetta Oslo AS wurde offensichtlich für eine Jury gestaltet, die von oben auf ein Modell schaut. Wenn man drinnen stünde, würde man sich fragen, wozu man riesige Fenster braucht, wenn man daraus nur auf hässliche Fassaden schauen kann. Die Gestalt des Gebäudes erkennt man in der Realität nur aus dem Hubschrauber, aber nicht wenn man davor steht. Dann ist es einfach ein erdrückender Bunker, der einen langen Schatten über die Nachbarschaft wirft. Und das trifft leider auch auf die anderen prämierten Entwürfe zu. Auch hat man nicht bedacht, dass die wilde Fensterverteilung, die teils riesigen Glasflächen und die verwinkelte Architektur hohe Reinigungskosten verursachen werden - wenn man das Gebäude nicht verkommen lässt. Begrünung und Entsiegelung wurden völlig ignoriert. Im Sommer wird sich ein solches Gebäude stark aufheizen, im Winter die Sonne blockieren. Und für diese Bausünde sollen die Menschen in Düsseldorf Milliarden zahlen, ohne vorher gefragt zu werden. Es ist wichtiger denn je, jetzt für einen Bürgerentscheid zu kämpfen.“