Unterbringung von Wohnungslosen
Anfrage der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Rates am 30. Oktober 2014: Im vergangenen Winter gab es verschiedene Kritik an der Unterbringungssituation von Wohnungslosen in Düsseldorf. Am 13. November 2013 gab die Stadt daraufhin in einer Pressemitteilung die aktuellen Zahlen bekannt:
„Derzeit sind in Düsseldorf rund 400 Menschen in stationären Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe und rund 800 Menschen in städtischen Notunterkünften, sowohl in Sammelunterkünften als auch in Einzelwohnungen untergebracht. Daneben stehen ganzjährig rund 140 Plätze in Notschlafstellen zur Verfügung. Bei Bedarf kann die Kapazität jederzeit erweitert werden. In diesen Einrichtungen besteht auch die Möglichkeit zur Körper- und Wäschepflege, zur medizinischen Grundversorgung und zur Sozialberatung. Bei der Beratung steht die Vermittlung von Wohnraum, wie zum Beispiel in eine eigene Wohnung, in eine besondere stationäre Einrichtung oder in eine städtische Notunterkunft im Vordergrund.“
DIE LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:
- Wie viele Wohnungslose gibt es derzeit in Düsseldorf und wie hat sich deren Zahl in den vergangenen fünf Jahren entwickelt?
- Wie hat sich die Anzahl der Plätze in den Unterkünften und deren Auslastung in den vergangenen fünf Jahren entwickelt (aufgeschlüsselt nach Träger und Art der Unterkunft)?
- Wie hat sich die Anzahl der Vermittlungen von Wohnraum in den vergangenen fünf Jahren entwickelt (aufgeschlüsselt nach Art der vermittelten Unterkunft)?
Freundliche Grüße
Angelika Kraft-Dlangamandla Lutz Pfundner
Antwort der Verwaltung am 30.10.2014 (Beigeordneter Hintzsche):
Vorbemerkung:
Düsseldorf verfügt über ein differenziertes Angebot an Hilfen für Wohnungslose.
Neben Beratungs- und Unterstützungsangeboten zum Erhalt der Wohnung und zur
Wohnraumvermittlung hält die Landeshauptstadt Düsseldorf Unterbringungsmöglichkeiten
für obdachlose Menschen bereit. Ergänzend und in enger Abstimmung
bieten darüber hinaus die Träger der Wohnungslosenhilfe in Düsseldorf Fachhilfen
nach § 67 SGB XII in Form von Streetwork, Fachberatung, stationären Einrichtungen
und betreutem Wohnen an. Insbesondere diese Wohnformen haben aufgrund der
Zuständigkeit des Landschaftsverbandes Rheinland für die Finanzierung
überregionale Wirkung und sind daher nicht Gegenstand der Beantwortung der
Anfrage. Hierzu wird allerdings auf den Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft der
Träger der Hilfen nach § 67 SGB XII verwiesen (Vorlage 50/30/2014 im AGS am
24.09.2014). Trotz aller vorhandenen Angebote können nicht alle Wohnungslosen in
der Form erreicht werden, dass ein Wohnangebot umgesetzt werden kann, vielfach
aus eigenem Entschluss der Betroffenen. So leben nach gemeinsamer Schätzung
der Stadt und der Träger der Wohnungslosenhilfe im Jahresmittel ca. 200 Menschen
in Notschlafstellen oder auf der Straße.
Frage 1:
Wie viele Wohnungslose gibt es derzeit in Düsseldorf und wie hat sich deren Zahl in
den vergangen fünf Jahren entwickelt?
Antwort:
Die Zahl der in städtischen Obdachloseneinrichtungen untergebrachten Menschen
hat sich wie folgt entwickelt:
737 Personen, 31.12.2010
751 Personen, 31.12.2011
750 Personen, 31.12.2012
811 Personen, 31.12.2013
920 Personen, 30.09.2014
Der derzeitige Anstieg ist in erster Linie auf Flüchtlinge, z.B. nach erfolgreichem
Abschluss eines Asylverfahrens, und Zuwanderer aus verschiedenen Ländern
Südeuropas zurückzuführen, die sich nicht zeitnah mit Wohnraum versorgen können.
Frage 2:
Wie hat sich die Anzahl der Plätze in den Unterkünften und deren Auslastung in den
vergangen fünf Jahren entwickelt (aufgeschlüsselt nach Trägern und der Art der
Unterkunft)?
Antwort:
Während bis 2012 die Zahl der bereitstehenden Plätze die Zahl der
Unterbringungsfälle noch deutlich überstieg, sind die bestehenden Unterkünfte
aktuell ausgelastet. Dies ist neben der steigenden Personenzahl auf folgende
Veränderungen zurückzuführen:
Die Zahl der bereitgehaltenen Unterkünfte hat sich seit 2010 wie folgt verringert:
2010: Aufgabe Kuthsweg mit 169 Plätzen
2011: Aufgabe Borbecker Str. mit 30 Plätzen
2013: Aufgabe Klein- und Forststr. mit 100 Plätzen
Der Abbau der Unterkünfte erfolgte in der Regel aufgrund des Bauzustandes der
betroffenen Häuser. Daneben mussten aufgrund des Unterbringungsbedarfs im
Bereich der Flüchtlinge ab 2011 bzw. 2012 zwei Objekte mit insgesamt 122 Plätzen
für die Unterbringung von Asylsuchenden genutzt werden. Neu angemietet wurde
seit 2010 ein Objekt mit 26 Plätzen. Der voraussichtlich weiter steigende
Unterbringungsbedarf ist der Bauverwaltung bekannt, dort wird aktuell die
Möglichkeit zur Bereitstellung von zunächst ca. 80 neuen Plätzen geprüft.
Frage 3:
Wie hat sich die Anzahl der Vermittlungen von Wohnraum in den vergangen fünf Jahren entwickelt (aufgeschlüsselt nach Art der vermittelten Unterkunft)?
Antwort:
Die Zahl der Vermittlungen in Wohnraum hat sich in den letzten 5 Jahren wie folgt
entwickelt:
<thead></thead>
| Jahr | in Wohnungen | in andere Wohnformen |
|---|---|---|
| 2009 | 63 | 25 |
| 2010 | 70 | 27 |
| 2011 | 43 | 17 |
| 2012 | 62 | 15 |
| 2013 | 61 | 17 |
Zum 30.09.2014 konnten 41 Haushalte in Wohnungen und 10 in andereWohnformen vermittelt werden. Es ist daher davon auszugehen, dass in 2014 inetwa wieder die Ergebnisse der Vorjahre erreicht werden. Die Verwaltung steht z. B.durch Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit der Wohnungswirtschaft inregelmäßigem Kontakt, um die Vermittlungszahlen im Wohnraum zu steigern.