Verkauf des Luisen-Gymnasiums: Die Linke will eine Nutzung durch die Stadt
Am Mittwoch der nächsten Woche berät der Düsseldorfer Planungsausschuss über einen Verkauf des denkmalgeschützten Luisen-Gymnasiums an der Bastionstraße. Als Verkaufspreis wird in der Verwaltungsvorlage die Mindestsumme von 27,5 Millionen Euro genannt. Endgültig wird der Stadtrat am 07.05.2026 über den Start des Investorenauswahlverfahrens entscheiden. Die Linke übt an den Verkaufsabsichten scharfe Kritik. Als fragwürdig wertet sie auch den Umgang der Stadtspitze mit dem Denkmalschutz.
Ben Klar, Vertreter der Linken im Planungsausschuss, erklärt dazu:
“In der Beschlussvorlage weist die Stadt potenzielle Investoren explizit darauf hin, welcher Teil des historischen Luisen-Gymnasiums nicht dem Denkmalschutz unterliegt. Das zeigt, dass die Stadtspitze keinen Wert auf den kompletten Erhalt des für die Carlstadt einmaligen Gebäudes legt. Oberbürgermeister Keller scheint es nur darum zu gehen, einen hohen Verkaufspreis für das Gebäude zu erzielen.”
Die Linke fürchtet, dass der Hinweis in der Verwaltungsvorlage einen “Wink mit dem Zaunpfahl” an potentielle Investoren darstellt. Die Denkmalbehörde im Düsseldorfer Bauaufsichtsamt könnte den Denkmal-Status des Luisen-Gymnasiums aufheben, wenn sie ihn als “wirtschaftlich unzumutbar” für einen Investor bewertet. Möglich macht das ein Runderlass des NRW-Bauministeriums von 2024 (https://recht.nrw.de/mblnrw/2024-s790-1/).
Einen Verkauf des Luisen-Gymnasiums lehnt Die Linke ab; stattdessen will die Fraktion mit einem Antrag an den Stadtrat prüfen lassen, ob das Gebäude sinnvoll von der Stadt genutzt werden könnte. Nur wenn dies nicht möglich sei, käme auch eine Vergabe des Grundstücks in Erbpacht infrage, sagt Fraktionssprecherin Sigrid Lehmann:
“Weil städtische Gebäude in der Vergangenheit verscherbelt wurden, gibt Düsseldorf heute viel Geld für die Anmietung von Räumen für städtische Einrichtungen aus; allein die Büroflächen kosten in diesem Jahr 26,5 Millionen Euro Miete. Der Leerstand des historischen Luisen-Gymnasiums ist deshalb auch eine Chance. Als Linke beantragen wir, dass die Stadt prüft, welche Anmietungen oder auch Neubauprojekte man einsparen könnte, wenn man die Ansprüche etwas anpasst und die Räume des Luisen-Gymnasiums nutzt. Wenn das nicht wirtschaftlich ist, muss das Luisen-Gymnasium trotzdem erhalten bleiben. Für diesen Fall beantragen wir eine Vergabe des Grundstücks in Erbpacht; mit klaren Vorgaben zur Nutzung. Was überhaupt nicht geht, ist das Luisen-Gymnasium zu verschachern, wie es der Oberbürgermeister plant.”
Am 7. Mai wird der Stadtrat über den Antrag der Linken und über die Zukunft des alten Luisen-Gymnasiums entscheiden.
