Einstellung von Rangerinnen und Rangern für Düsseldorfer Naturschutzgebiete
Haushaltsantrag der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des Rates am 14.12.2023 (RAT/447/2023):
In den Haushaltsplan werden Mittel für die Einstellung von vier Ranger:innen für Düsseldorfer Naturschutzgebiete eingestellt. Für die Umsetzung werden Gespräche mit dem Landesbetrieb Wald und Holz aufgenommen, um eine Kooperation zu schließen.
Begründung:
Das Freizeitverhalten der Menschen hat sich verändert. Statt in die Ferne zu reisen, erholen sich die Menschen regional. Düsseldorfer Einwohner:innen und auch Menschen aus dem Umland entdecken mehr das direkte Grün in der nahen Umgebung.
Dadurch kam es vermehrt zu Menschenansammlungen, erhöhtem Müllaufkommen, Vandalismus, Wegwerfen von Zigarettenkippen, Verstößen gegen Natur- und Landschaftsschutzbestimmungen und Lärmstörungen, was der Umwelt und insbesondere den Naturschutzgebieten schadet.
Naturschutz findet keine anhaltende Wirkung, wenn der Ordnungsdienst bei Fehlverhalten Bußgelder verhängt. Diese fehlende Vermittlung zwischen Naherholung und Naturschutz haben viele Städte und Gemeinden in den letzten Jahren erkannt.
Deshalb sind sie eine Kooperation mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW
eingegangen, um Umweltranger:innen einzustellen.
Seit 1998 ist „Ranger:in“ ein staatlich anerkannter Beruf. Ein:e Ranger:in versteht
man als Mittler:in zwischen Mensch und Natur. Sie geben der Natur und dem Naturschutz durch Aufklärungsarbeit und Bildung vor Ort eine Stimme.
In Bielefeld wurde 2019 der erste Ranger in NRW eingesetzt, der außerhalb der großen Naturschutzgebiete arbeitet. Seit Dezember 2022 wird er durch einen zweiten Kollegen unterstützt. Im Kreis Coesfeld arbeitet seit Januar 2023 ein Ranger. Die Stelle des Rangers entstand wie in Bielefeld auch hier in enger Kooperation mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW. Seit Juli 2023 arbeiten zwei Ranger im Kreis Wesel. Das reicht aber nicht, denn nun sollen zwei weitere Ranger hinzukommen.
Der Rheinisch-Bergische Kreis hat seit Mitte Oktober 2023 zwei Ranger:innen.
DIE LINKE ist der Überzeugung, dass auch Düsseldorf Umweltranger:innen braucht.
Der präventive Ansatz von Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit von Rangern sensibilisiert Besucher:innen in Naturschutzgebieten. Dadurch kann Schaden der Schutzgebiete von vorneherein abgewendet werden. Das nutzt Tieren, Pflanzen und auch uns Menschen.
Viele Düsseldorfer Naturschutzgebiete schützen Pflanzen und Tiere, die inzwischen auf der Roten Liste stehen und die vom Aussterben bedroht sind. Düsseldorf hat insgesamt 12 Naturschutzgebiete. Diese sind mitunter sehr unterschiedlich, angefangen von den Auenbereichen des Rheins bis hin zu den Mischwäldern im Düsseldorfer Stadtwald. 1.521 Hektar sind in Düsseldorf als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Im Süden sind es sechs Gebiete, die insgesamt 927 Hektar groß sind und im Norden sind es weitere sechs Gebiete, die insgesamt 594 Hektar umfassen.
Daher hält DIE LINKE die Einstellung von wenigstens vier Umweltranger:innen für angemessen.
Mit freundlichen Grüßen
Anja Vorspel Sigrid Lehmann
Beschluss: mehrheitlich abgelehnt
