Energieberatung für Haushalte mit potentiell hohem Energieverbrauch
Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE Düsseldorf zur Sitzung des Rates am 20.04.2023 (RAT/134/2023):
Die Verwaltung wendet sich brieflich mit der Bitte zur Teilnahme an einer Energie-Umfrage sowie mit einer Information über Energieberatungsangebote (Verbraucherzentrale NRW, Stadtwerke Düsseldorf) an Haushalte, die über Wohnungen mit mehr als 100 m2 Wohnfläche bzw. Einfamilienhäuser oder über mehr als zwei angemeldete Personenkraftwagen verfügen.
Dem Schreiben sind dieselben Tipps und Informationen zum Energiesparen beizulegen, mit denen Haushalte mit geringem Einkommen versorgt werden. Darüber hinaus werden dem Schreiben Informationen zu energiesparender Mobilität beigelegt, wie sie beispielsweise der VCD Verkehrsclub Deutschland e.V. anbietet.
Die Energie-Umfrage, an der sich die angeschriebenen Haushalte beteiligen können, umfasst Fragen nach dem Heizverhalten, Stromverbrauchern im Haushalt, Mobilitätsverhalten und Anzahl und Kraftstoffverbrauch/kW-Leistung motorisierter Fahrzeuge. Weiterhin wird die Bereitschaft abgefragt, eine Energieberatung in Anspruch zu nehmen, im Haushalt Energie zu sparen, die Anzahl von Fahrzeugen zu reduzieren und auf andere Verkehrsträger umzusteigen.
Zur Teilnahme an der Umfrage wird ein einfach aufgebautes Online-Formular auf einer städtischen Internetseite eingerichtet.
Über den Rücklauf und Ergebnisse der Umfrage berichtet die Verwaltung dem Stadtrat in seiner ersten Sitzung 2024.
Begründung:
Bisher leisten vor allem jene Düsseldorfer Haushalte einen Beitrag gegen den Klimawandel, die aus finanziellen Gründen Energie sparen müssen. Ihnen schreibt die Stadt Düsseldorf, nach Auffassung der LINKEN absurderweise, auch noch eine Energieberatung vor, bevor sie mit einer geförderten Balkonsolaranlage klimafreundlichen Strom erzeugen dürfen.
Haushalte mit großer Wohnfläche, besonders vielen Elektrogeräten und Kraftfahrzeugen hätten allerdings allein aufgrund der Größe der zu beheizenden Fläche und der Anzahl der Geräte und Fahrzeuge ein potentiell höheres Einsparpotential.
Haushalte mit besonders großer Wohnfläche können durch eine Änderung ihres Heizverhaltens nämlich große Unterschiede im Energieverbrauch bewirken. Auch Haushalte mit mehreren PKW besitzen erhebliches Einsparpotential, wenn beispielsweise das Fahrzeug mit der höchsten kW-Leistung abgeschafft wird – oder der Umstieg auf den ÖPNV oder das Rad vollzogen wird. Es wäre daher sinnvoll, diese Haushalte gezielt zu informieren und zum Energiesparen zu ermuntern.
Diese Aufgabe kommt nach Auffassung der LINKEN der Stadtverwaltung Düsseldorfs zu. Daher sollte mit einer Umfrage sowohl das Energiesparpotential von Haushalten mit großer Wohnfläche und mehreren PKW erhoben werden als auch diese Haushalte auf die Möglichkeiten zum Energiesparen hingewiesen werden.
Als Indikator für das Energie- und CO2-Einsparpotential dieser Haushalte sei darauf hingewiesen, dass Statista auf der Datengrundlage einer Studie1 aus 2022 dargestellt, dass die reichsten zehn Prozent der Menschheit für 47 Prozent aller Kohlenstoffdioxid-Emissionen verantwortlich sind.
1 Bruckner, B., Hubacek, K., Shan, Y. et al. Impacts of poverty alleviation on national and global carbon emissions. Nat Sustain 5, 311–320 (2022).
https://doi.org/10.1038/s41893-021-00842-z
Mit freundlichen Grüßen
Anja Vorspel Sigrid Lehmann
Der Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt.
