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Förderung der kulturellen Bildung für sozial benachteiligte Gruppen

Kulturausschuss

Anfrage der Ratsfraktion DIE LINKE. Düsseldorf zur Sitzung des KUA am 27.03.2025 (KUA/062/2025):

Die Förderung der kulturellen Bildung ist ein zentraler Bestandteil von kommunaler Bildungs- und Kulturpolitik. Sie bietet Menschen aller Altersgruppen wichtige Möglichkeiten zur Entfaltung ihrer Kreativität und zur Förderung ihrer sozialen und kulturellen Kompetenzen. Insbesondere in Schulen spielt die kulturelle Bildung eine wichtige Rolle, um den Schülerinnen und Schülern schon früh Zugang zu kulturellen Ausdrucksformen und einem breiten Spektrum an künstlerischen Erfahrungen für die eigene kreative Selbstentfaltung zu ermöglichen.

Projekte der kulturellen Bildung sollten zudem auch sozial benachteiligte Menschen gezielt fördern, um ihre kulturelle Teilhabe zu gewährleisten. Vor allem Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien leiden aufgrund fehlender finanzieller Mittel am Ausschluss aus der kulturellen Teilhabe an der Gesellschaft.

Im Rahmen des Beirats für kulturelle Bildung in Düsseldorf stellt sich deswegen die Frage nach der konkreten Verwendung der dafür bereitgestellten finanziellen Mittel und ob diese auch ausreichend die kulturelle Teilhabe ärmerer Bevölkerungsteile unterstützen.

DIE LINKE Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:
1. Welche Schulen und Schulformen erhielten in den letzten drei Jahren Fördermittel für kulturelle Bildung? (Bitte die Mittelhöhe für die einzelnen geförderten Schulen und für die jeweils geförderten Projekte auflisten.)

2. Inwieweit wurde im Rahmen der Mittelvergabe für kulturelle Bildung berücksichtigt, dass Projekte gezielt sozial benachteiligte Menschen sowie Kinder und Jugendliche aus ärmeren Familien erreichen und ihre kulturelle Teilhabe gefördert wird?

3. Gibt es eine regelmäßige Evaluation oder ein Monitoring, um zu überprüfen, ob die kulturellen Bildungsprojekte tatsächlich die beabsichtigte Wirkung haben; insbesondere in Bezug auf Erreichung sozial benachteiligter Gruppen?

Freundliche Grüße
Peter Ulrich Peters                 Michael Driesch


Antwort der Verwaltung durch die Beigeordnete Koch:

Antwort zu Frage 1:
Über das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf werden sieben schulische Programme der kulturellen Bildung koordiniert. Zusätzlich werden über den Beirat für kulturelle Bildung in zwei Antragsverfahren pro Kalenderjahr Empfehlungen für Projektförderungen in einem finanziellen Umfang von insgesamt bis zu 78.000 Euro ausgesprochen. Weitere fünf Projektförderungen werden jährlich durch den Rat der Stadt beschlossen.

129 der 153 städtischen Schulen in Düsseldorf haben in den Schuljahren 2021/22 bis 2023/24 Projekte der kulturellen Bildung und Teilhabe umgesetzt (Projekte der über das Kulturamt koordinierten Programme, sowie Projektförderungen über den Beirat für kulturelle Bildung und den Rat). (vgl. Anlage 1).

Bezogen auf die Anzahl der Schulen pro Schulform haben sich Hauptschulen und Gesamtschulen besonders intensiv beteiligt. Details in Bezug auf die Projektumsetzung an den einzelnen Schulen sind in der beigefügten Tabelle dargestellt. Die tabellarische Übersicht bildet jedoch lediglich die Projekte bzw. Förderungen ab, die über das Kulturamt koordiniert oder mitkoordiniert wurden.

Detaillierte Informationen sind der Anlage 1 – „Übersicht Förderung Bildung 2021 –2024“ zu entnehmen.

Antwort zu Frage 2:
Sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Bereich wird auf eine diversitätssensible und teilhabeorientierte Projektvergabe geachtet.

Im Rahmen der Projektvergabe in den Programmen der kulturellen Bildung und Teilhabe wird auf eine Gleichbewertung der Schulen unter Einbeziehung der besonderen Bedarfe der Schulen/Schüler*innen geachtet. Schüler*innenzahl, Profilstärkung, Sozialindex der Schule, Schulform und Projekterhalt in den vergangenen Schuljahren werden berücksichtigt. Das Amt für Schule und Bildung und das Kulturamt stehen vor allem in der Projektvergabe in den beiden großen Programmen der kulturellen Bildung, Jugend, Kultur und Schule und NRW- Landesprogramm Kultur und Schule in engem Austausch.

Im Rahmen der Umsetzung des Konzepts zur Weiterentwicklung der kulturellen Bildung und Teilhabe in Düsseldorf (KUA/048/2024-I) ist vorgesehen, Schulen die in den vergangenen drei Kalenderjahren keine, oder nur sehr wenige, Projekte der kulturellen Bildung umgesetzt haben, gezielt anzusprechen, zu beraten und zu unterstützen. Begonnen wird hierbei mit den Schulen mit besonders hohem Sozialindex.

In der Projektförderung des Beirats für kulturelle Bildung ist Teilhabeförderung ein Förderschwerpunkt und wird in jedem Antragsverfahren berücksichtigt. Die über Beiratsempfehlungen geförderten Projekte sind ab dem Kalenderjahr 2024 auf den Internetseiten des Kulturamtes unter dem jeweiligen Förderbereich eingestellt.

Die Angebote des Kulturamtes im außerschulischen Bereich orientieren sich an den Bedarfen der Zielgruppen und wurden im engen Austausch mit Fachämtern entwickelt und stetig modifiziert. So wurde im Austausch mit dem Amt für Soziales und Jugend eine finanzielle Förderung im Rahmen des Programms Kunst, Kultur, Kita für plusKITA-Einrichtungen aus besonders belasteten Stadtteilen eingeführt.

Komplett kostenfrei für Teilnehmende und Kooperationseinrichtungen sind alle Angebote aus dem städtischen Programm Kunst, Kultur, Teilhabe, welches Projekte für Menschen mit internationalem Hintergrund und für ältere und hochbetagte Menschen anbietet. Im Rahmen des Programms werden jährlich 40 bis 60 künstlerische Projekte an Begegnungsorten der Zielgruppe (Welcome Points und zentren plus) angeboten.

Neben diesen kontinuierlichen Angeboten ist die Kindermuseumsnacht seit 2020 ein wichtiger Baustein, um niederschwellige Zugänge zur Kultur zu schaffen. Angebote für die Altersgruppe von 5 bis 10 Jahre werden hier jährlich kostenfrei und ohne vorherigen Ticketkauf oder vorherige Anmeldung angeboten. Bei Bedarf werden Gebärdendolmetscher*innen und Rollstuhlrampen zur Verfügung gestellt, um mehr Kindern einen Zugang zu bieten.

Alle genannten schulischen und außerschulischen Projekte und Programme sind auf der Serviceplattform für kulturelle Bildung Musenkuss zu finden. Hier kann mit verschiedenen Filtern nach kostenfreien, inklusiven oder generationsübergreifenden Angeboten gesucht werden.

Antwort zu Frage 3:
Ein regelmäßiges Monitoring der Projekte erfolgt durch die eingereichten abschließenden Projektberichte der umsetzenden Personen und den Austausch mit ihnen im Projektverlauf. Zudem erfolgt ein regelmäßiger interner Austausch über die Projekte und Programme.

In allen Programmen der kulturellen Bildung und Teilhabe ist das Kulturamt, gegebenenfalls unter Einbeziehung der kooperierenden Ämter, kontinuierlicher Ansprechpartner für involvierte Einrichtungen und Künstler*innen. Punktuell werden die Projekte in den Programmen der kulturellen Bildung in der Umsetzung oder zur Abschlussveranstaltung von Mitarbeitenden des Kulturamtes bzw. Mitgliedern des Beirats für kulturelle Bildung besucht. Die Erfahrungen aus den Projektumsetzungen werden kulturamtsintern und in den Jury- und Beiratssitzungen thematisiert und können in den Programmen, die hauptverantwortlich durch das Kulturamt koordiniert werden, gegebenenfalls zu Anpassungen im jeweiligen Förderbereich führen.

Zudem ist Musenkuss auch als Monitoring Tool zu verwenden. Dort kann durch verschiedene Filterfunktionen nach der Anzahl (z.B. von kostenfreien Angeboten oder nach den Angeboten in bestimmten Stadtteilen) gesucht werden. Darüber hinaus geben Statistiken zu Suchanfragen Informationen über die Bedarfe der Nutzer*innen, an denen sich zukünftige Angebote orientieren können.

Anlage 1 als pdf

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