Gefährdung der Bevölkerung durch CO-Pipeline
Anfrage der Fraktion DIE LINKE zur Ratssitzung am 31.01.2013:
Am 16.01.2013 kam es auf der Neandertalbrücke zu einem Unfall, bei dem ein Lastwagen von der Fahrbahn der A3 abgekommen ist. Hierbei riss der Auflieger von der Zugmaschine und durchbrach mit seinem Heck auf einer Länge von rund 50 Metern die Seitenschutzplanke und die Scheiben des Schallschutzes. Über die Brücke ragend blieb der Auflieger liegen, wobei Teile der Ladung von der Brücke fielen.
Noch am selben Tag berichtete die WZ-Newsline unter der Überschrift „CO-Pipeline verläuft unter der Brücke – der Lastwagen wäre direkt auf die Rohre gefallen“ über den Unfall. In dem Artikel heißt es: „Wäre der Lastwagen von der Brücke gestürzt, er hätte mit seinem tonnenschweren Gewicht direkt die Rohre der CO-Pipeline getroffen. … Der Aufprall des Lastwagens hätte die Rohre der Pipeline zerstört – im Betrieb wäre das tödliche Gas ausgeströmt.“
Niels Hanheide, Dezernent für Recht und Ordnung beim Kreis Mettmann, wird in dem Artikel wie folgt zitiert: „Das zeigt, dass Fälle, die für nicht möglich angenommen werden, durchaus eintreffen können.“ Des Weiteren gibt er an, dass der Unfall die grundsätzlichen Bedenken bestätigt habe, „die Pipeline nicht über weite Strecken, durch Wohngebiete und in der Nähe dicht befahrener Straßen verlaufen zu lassen.“
DIE LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf fragt an:
- Wie bewertet die Stadt Düsseldorf den Unfall hinsichtlich der potentiellen Gefährdung der CO-Pipeline?
- Wie bewertet die Stadt die Aussage von Herrn Hanheide und die potentielle Gefährdung der Bevölkerung durch vergleichbare Unfälle?
- Welche Maßnahmen sind geplant, um die Gefährdung der CO-Pipeline und der Bevölkerung durch solche Unfälle definitiv auszuschließen?
Freundliche Grüße
Angelika Kraft-Dlangamandla Gilbert Yimbou
Antwort der Verwaltung durch die Beigeordnete Stulgies:
Frage 1:
Wie bewertet die Stadt Düsseldorf den Unfall hinsichtlich der potentiellen Gefährdung der CO-Pipeline?
Antwort:
Wie der Unfall in Erkrath auf der Autobahn A3 am 16.01.2013 gezeigt hat, können Unfälle - auch noch so unwahrscheinliche - nie gänzlich ausgeschlossen werden.
Eine Aufpralllast eines schweren Lastkraftwagen (SKW) mit bis zu 40t zulässiges Gesamtgewicht sowie deren Auswirkung auf die in der Erde befindlichen CO-Pipeline kann seitens der Landeshauptstadt Düsseldorf nicht abgeschätzt werden. Hierzu bedarf es einer gutachterlichen Expertise, die durch die Genehmigungsbehörde zu bewerten ist.
Frage 2:
Wie bewertet die Stadt die Aussage von Herrn Hanheide und die potentielle Gefährdung der Bevölkerung durch vergleichbare Unfälle?
Antwort:
Die Landeshauptstadt Düsseldorf teilt die Bedenken von Herrn Hanheide, dass ein Unfall o.ä. mit einer Auswirkung auf die Pipelines nie zu 100% ausgeschlossen werden kann und deshalb die Pipeline nicht über weite Strecken, durch Wohngebiete sowie in der Nähe dicht befahrener Straßen verlaufen dürfe.
Frage 3:
Welche Maßnahmen sind geplant, um die Gefährdung der CO-Pipeline und der Bevölkerung durch solche Unfälle definitiv auszuschließen?
Antwort:
Eine Gefährdung der CO-Pipeline und der Bevölkerung kann nicht zu 100% ausgeschlossen werden. Es bleibt immer ein gewisses Restrisiko bestehen.
Nach sorgfältiger Prüfung der bislang vorliegenden Unterlagen bleibt seitens der Feuerwehr Düsseldorf für den Schadensfall „Vollbruch der CO-Pipeline“ zusammenfassend festzustellen, dass aufgrund
- der akuten und sofortigen Gefährdung von Menschen und Tieren im Nahbereich der Leitung,
- der Verzögerung der Schadenerkennung durch die Überwachungssysteme,
- der notwendigen Anfahrtszeiten alarmierter Einsatzkräfte an die Peripherie des Stadtgebietes und
- deren zeitaufwendigen, aber zwingend erforderlichen Selbstschutzmaßnahmen weit vor der eigentlichen Leckagestelle durch Atemschutz und COMessungen
der Erfolg einer zeitnahen Fremdrettung von Personen im Nahbereich der Pipeline äußerst stark eingeschränkt ist. Daher besteht für die Anwohner nur über eine frühzeitige Sirenenwarnung eine begrenzte Möglichkeit, selbst in Gebäuden temporäre Sicherheit zu erlangen, bis von außen Hilfe geleistet werden kann oder die Gaswolke sich aufgelöst hat.
