Kulturbahnhof Gerresheim
Haushaltsantrag der Fraktion DIE LINKE. zur Sitzung des Rates am 13.12.2012:
Dem „Förderkreis Industriepfad Düsseldorf-Gerresheim e.V.“ wird ein jährlicher Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro zur Abdeckung der Miet- und Nebenkosten für einen Teilbereich des Bahnhofs Gerresheim zur Verfügung gestellt.
Begründung:
Im Jahr 2010 stand das denkmalgeschützte Gerresheimer Bahnhofsgebäude zum Verkauf. Die Bezirksvertretung 07 beantragte, dieses für eine kulturelle Nutzung zu erwerben. Dem wurde leider nicht nachgekommen. Im September 2011 wurde daraufhin in der Bezirksvertretung 07 ein interfraktioneller Antrag verabschiedet, der die Verwaltung beauftragt, den „Förderkreis Industriepfad Düsseldorf-Gerresheim e.V.“ (FKI) in seinem Bestreben zu unterstützen, das Gerresheimer Bahnhofsgebäude einer kulturellen Nutzung zuzuführen. Die Zielrichtung sollte sein, ein kulturelles Zentrum für Gerresheim zu schaffen. Des Weiteren sollte geprüft werden, aus welchen Haushaltsmitteln die finanzielle Sicherstellung dieses Vorhabens erfolgen kann. In der Etatsitzung des Kulturausschusses im November 2012 wurde dann allerdings der Zuschussantrag des FKI für ein bürgeroffenes Kulturzentrum im Bahnhof ohne weitere Erklärung abgelehnt. Nach dieser Ablehnung veröffentlichte der FKI einen offenen Brief, in dem es heißt:
„Angesichts der seit Jahren andauernden Unterversorgung des Stadtbezirks 7 mit geeigneten Räumen für kulturelle und bürgerschaftliche Veranstaltungen, Ausstellungen etc., hat der FKI zusammen mit dem Bürger- und Heimatverein, dem Kulturkreis und Initiativen vor Ort ein Konzept für eine kulturelle Nutzung des Bahnhofs erarbeitet, welches auch vom derzeitigen Eigentümer des Gebäudes, dem Architekten Piet Neiser, unterstützt wird. Dieses Konzept lag bereits vor dem Verkauf des Bahnhofs im Dezember 2010 vor und wurde mehrfach in der Politik und der Kulturverwaltung vorgestellt und diskutiert. Immer gab es äußerst positive Reaktionen und Zusagen für eine Unterstützung durch die Landeshauptstadt.
Es war die Idee des Kulturdezernenten Hans-Georg Lohe, den Kontakt zwischen dem FKI und dem neuen Eigentümer herzustellen mit dem Ziel, ein gemeinsames Kulturkonzept zu realisieren. In dem vom FKI initiierten Bürgerforum ‚Großer Bahnhof in Gerresheim’ im Juni 2011 versprach Herr Lohe vor gut 600 Bürgern ideelle und finanzielle Hilfe durch die Stadt – im Beisein vieler Gerresheimer Vereine und Initiativen. Eine Umfrage unter den Bürgern zeigte klar, dass der Wunsch nach einem Bürgersaal, einem industriehistorischen Museum und nach Ausstellungsräumen dominierte. Rund 1.000 Düsseldorfer beteiligten sich an der Unterschriftenaktion für einen Kulturbahnhof, die in der Folgezeit stattfand. Diese Unterschriften wurde in der Annahme, dass die Stadt ihre Versprechungen einhalten würde, nie an die politisch Verantwortlichen übergeben.
Viel Zeit und Herzblut wurde in das Projekt investiert, es wurde eine architektonische Planung erstellt, Veranstaltungen und Termine organisiert, Kostenpläne und Zuschussanträge in Kooperation mit dem Kulturamt mehrfach überarbeitet. Nicht nur der FKI, sondern auch viele Bürger haben sich außerordentlich für diese Idee eingesetzt. Noch Anfang dieses Jahres versprach Bürgermeister Conzen, dass ‚das schon irgendwie gehen würde’. Auch im kürzlich geführten Gespräch mit BM Conzen, Herrn Neiser und dem FKI-Vorstand, wo der Herr Conzen erneut die angespannte Finanzlage der Stadt beschwor, wollte er nochmals mit dem Kulturdezernenten sprechen, um durch eventuelle Umschichtungen im Kulturhaushalt das Projekt doch noch zu ermöglichen.“
Im Weiteren wird im offenen Brief darauf verwiesen, dass durch den städtischen Rückzug konkrete Förder- und Spendenzusagen des LVR, der NRW-Stiftung, des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege, der Bezirksvertretung 07 sowie von Unternehmen und Privatpersonen dem FKI und den Bürgern verloren gehen. Abschließend wird festgestellt:
„Die Vereine und Bürger im Stadtbezirk 07 können sich des Eindrucks nicht erwehren, dass ihr berechtigtes Anliegen, in Gerresheim ein kulturelles Leben zu ermöglichen, offensichtlich wenig Gewicht hat und nicht geschätzt wird. Man braucht keine städtische Studie, um festzustellen, dass der Stadtbezirk 07 in kultureller Hinsicht chronisch unterversorgt ist!“
Freundliche Grüße
Angelika Kraft-Dlangamandla Gilbert Yimbou
