Maßnahmen gegen Hitzebelastungen durch Klimawandel
Anfrage der Fraktion DIE LINKE zur Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz am 16.09.2011:
Düsseldorf hat auf Grund seiner Lage in der rheinischen Tiefebene und in einem Ballungsraum einen starken Hitzeinseleffekt mit Temperaturunterschieden zum Umland von bis zu 8 Grad, wobei nachts die Temperaturunterschiede größer sind als tags (Handbuch Stadtklima, MUNLV). Durch die Klimaerwärmung ist mit einer Zunahme der Durchschnittstemperatur um bis zu 2 Grad in den nächsten 30-50 Jahren zu rechnen (PIK-Studie „Klimawandel in NRW“). Sommertage mit Temperaturen von >25 Grad werden dann um die 60 mal vorkommen, bisher 30-40 mal (Barbara Köllner , LANUV, 2011). Es gilt also, der Gefährdung von Gesundheit und Leben insbesondere alter und kranker Menschen entgegenzuwirken. Eine Anfrage an den Umweltausschuss hinsichtlich der erforderlichen geplanten Anpassungsmaßnahmen wurde am 04.06.2009 von der Verwaltung dahingehend beantwortet, dass eine sich in Aktualisierung befindliche Klimaanalyse der Stadt die zukünftigen Herausforderungen bestimmen soll. In der Anfrage wurde die einschlägige PIK –Studie angeführt, in der nachzulesen ist, dass bestimmte Flächen (Parks, bewässerte oder bepflanzte Areale), von mindestens einem Hektar auf bis zu 300 m in bebauten Zonen Wärme effektiv austauschen.
In diesem Zusammenhang stellt DIE LINKE. Ratsfraktion folgende Anfrage:
- Wann ist mir dem Erscheinen der neuen Klimaanalyse zu rechnen?
- In wie weit plant und setzt die Verwaltung jetzt schon Maßnahmen ein, wie sie etwa im „Handbuch Stadtklima“ (Umweltministerium NRW) vorgestellt werden, also z.B. :
· Entsiegelung von Parkflächen, Plätzen mit Ersatz durch wasserdurchlässige Bodenbefestigungen
· Verzicht auf Innenhofbebauung (wie z. B. mit Hilfe eines Innenhofatlasses) zugunsten von Entsiegelung und Innenhofbegrünung
· Erhalt von Frischluftschneisen an Bahndämmen, Rückbau bzw. Nichtbau von Luftbarrieren (L404, Hochhäuser am Kö-Bogen, Lärmschutzwände an Schnellstraßen)
· Erhalt bzw. Neuanlage von Wasserflächen, Renaturierung von Bachläufen, Parks etwa alle 300m in der Innenstadt, wie in der PIK-Studie empfohlen
· Vorrang des Erhaltes von schattenspendenden alten Bäumen bei B-Plänen
· Baumneupflanzungen und Begrünung von Straßenzügen
- Gibt es Pläne, durch Maßnahmen die Hitzebelastung in Altenheimen, Pflegeheimen, Krankenhäuser gering zu halten (durch helle Fassaden, Wärmeisolierung und Klimaanlagen)?
Freundliche Grüße
Stephan Ungeheuer Lutz Pfundner Anja Vorspel
