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PCB-Belastung in städtischen Gebäuden

Rat

Anfrage der Fraktion DIE LINKE. zur Ratssitzung am 08.11.2012:

Anfang Oktober kam es im NRW Landtag zu einem Disput über die PCB-Belastung von öffentlichen Gebäuden aufgrund einer kleinen Anfrage der CDU. Die NRW Landesregierung musste einräumen, dass es kein PCB-Kataster für NRW gibt. Erst seit dem Envio Skandal in Dortmund, bei dem mehrere Mitarbeiter durch PCB schwer verseucht wurden, gibt es eine erhöhte Sensibilität gegenüber PCB.

Laut wikipedia handelt es sich bei PCB „(Polychlorierte Biphenyle (polychlorierte Diphenyle, Chlordiphenyl, engl. chlorinated diphenyls) um giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen, die bis in die 1980er Jahre vor allem in Transformatoren, elektrischen Kondensatoren, in Hydraulikanlagen als Hydraulikflüssigkeit, sowie als Weichmacher in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln und Kunststoffen verwendet wurden. PCB zählen inzwischen zu den zwölf als „dreckiges Dutzend“ bekannten organischen Giftstoffen, welche durch die Stockholmer Konvention vom 22. Mai 2001 weltweit verboten wurden. PCB haben sich überall auf der Erde ausgebreitet, sie sind in der Atmosphäre, den Gewässern und im Boden allgegenwärtig nachweisbar.“…“Die akute Toxizität von PCB ist gering, wohingegen eine chronische Toxizität schon bei geringen Mengen festzustellen ist. Typische Auswirkungen dieses Giftes sind Chlorakne, Haarausfall, Hyperpigmentierungen, Leberschäden, Teratogenität, Bioakkumulation in der Nahrungskette und Schädigung des Immunsystems (Immuntoxizität). PCB stehen auch in Verdacht, krebserregend zu sein. Außerdem kann die körperliche und geistige Entwicklung durch PCB verzögert werden.“

Trotz des Wissens über die Gefährlichkeit von PCB unterließen es Land und Kommunen jahrelang, betroffene Gebäude zu sanieren. Der Leitung der Universität Düsseldorf war es seit über zehn Jahren bekannt, dass in den Gebäuden PCB verarbeitet wurde, doch erst in diesem Jahr wurden die betroffenen Räume dekontaminiert bzw. saniert. In Wermelskirchen, in Euskirchen, in Haan, um nur einige Orte zu nennen, sind Schulen PCB verseucht. Auch in Düsseldorf ist zu befürchten, dass Schulen und andere öffentliche Gebäude PCB verseucht sind.

In diesem Zusammenhang frage ich an:

  1. Wurden in Düsseldorf durch die Stadtverwaltung sämtliche kommunalen Gebäude und Einrichtungen nach PCB untersucht? Wenn Ja, bei wie vielen Gebäuden wurde eine Belastung festgestellt? Wenn Nein, warum nicht?

  2. Wurden die betroffenen SchülerInnen, LehrerInnen, Beschäftigte und andere Betroffene von der PCB Verseuchung informiert?

  3. Welche Maßnahmen wurden bei den betroffenen Gebäuden und Einrichtungen bisher unternommen?

Freundliche Grüße


Georg Blanchard


Antwort der Verwaltung durch den Beigeordneten Bonin:

Frage 1:
Wurden in Düsseldorf durch die Stadtverwaltung sämtliche kommunalen Gebäude und Einrichtungen nach PCB untersucht? Wenn ja, bei wie vielen Gebäuden wurde eine Belastung festgestellt? Wenn nein, warum nicht?

Antwort:
Aufgrund langjähriger vom Umweltamt bzw. Amt für Gebäudemanagement veranlasster gutachterlicher Untersuchungsprogramme liegen umfangreiche Informationen über Schadstoffe wie z.B. PCB in öffentlichen Gebäuden vor. Die Ergebnisse bilden die Basis des städtischen Schadstoffkatasters.


Frage 2:
Wurden die betroffenen SchülerInnen, LehrerInnen, Beschäftigte und andere Betroffene von der PCB Verseuchung informiert?

Antwort:

Die Nutzer öffentlicher Gebäude werden über die Amts-, Instituts- oder Schulleitung seitens der beteiligten Ämter individuell, umfassend und in geeigneter Form über Schadstoffvorkommen informiert.


Frage 3:
Welche Maßnahmen wurden bei den betroffenen Gebäuden und Einrichtungen bisher unternommen?

Antwort:
Seit 2003 wurden an 18 Schulstandorten PCB-Sanierungen durchgeführt. Seit 2011 erfolgt die PCB-Sanierung des Elly-Heuss-Knapp-Berufskollegs. Bei den zwei verbleibenden Schulstandorten mit PCB-Sanierungsbedarf sind die Maßnahmen gemäß Prioritäten-Liste zum Masterplan Schulen in Vorbereitung.


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