Struktur des Neubaus von Wohnungen in den Jahren 2016 und 2017
Anfrage der Fraktion DIE LINKE.Düsseldorf zur Sitzung des Ausschusses für Wohnungswesen und Modernisierung am 27. August 2018:
Unverändert geht die Anzahl der Sozialwohnungen in Düsseldorf jedes Jahr um über 1.000 zurück. Sie fallen in der Regel nach 15 Jahren aus der Mietpreisbindung und werden dem freien Wohnungsmarkt zugeführt. Von den etwa 330.000 Wohneinheiten in der Stadt Düsseldorf unterliegen nur noch 4,4 % der Mietpreisbindung einer öffentlichen Förderung. Gleichzeitig haben ca. 50 % der Düsseldorfer Bevölkerung Anspruch auf eine Sozialwohnung.
Anfang 2016 kündigte Oberbürgermeister Geisel den Neubau von jährlich 3.000 Wohnungen an. 1.000 davon sollten öffentlich gefördert – also Sozialwohnungen – sein. Selbst die Umsetzung dieses Versprechens von Oberbürgermeister Geisel hätte die Entwicklung nicht aufhalten, sondern bestenfalls verlangsamen können.
Berufend auf die ideologische Losung, dass die Wohnungsnot mit „Bauen, Bauen, Bauen“ gelöst werden kann, kaufen sich international agierende Immobilienkonzerne in die Stadt ein. Sie bauen nicht für den Bedarf der Bevölkerung, sondern für den Bedarf der Finanzspekulanten in der Immobilienbranche.
Das „Handlungskonzept Zukunft Wohnen“ der Stadt Düsseldorf konnte diese Entwicklung nicht aufhalten. Es enthält zu viele Ausweichmöglichkeiten und beinhaltet eine viel zu geringe Quotierung für den Bereich der öffentlichen Förderung.
Für einen realistischen Überblick über die Entwicklung im Wohnungsneubau stellt die Ratsfraktion DIE LINKE folgende Anfrage:
- Wie viele Neubauwohnungen wurden in Düsseldorf seit dem 1. Januar 2016 – aufgeschlüsselt nach 2016 und 2017 – fertiggestellt?
- Wie viele dieser Wohnungen sind Eigentumswohnungen, freifinanzierte Mietwohnungen, preisgedämpfte, entsprechend dem Handlungskonzept Zukunft Wohnen und wie viele sind öffentlich gefördert (aufgeschlüsselt nach Förderstufe A und B)?
- Wie sieht der Bedarf der ca. 5.000 regelmäßig als wohnungssuchend gemeldeten Einwohner*innen der Stadt Düsseldorf aus und wie ist das Verhältnis bei der Nachfrage von Sozialwohnungen zu Eigentumswohnungen?
Mit freundlichen Grüßen
Lutz Pfundner Mbulelo Dlangamandla Peter Kirchner
Antwort der Verwaltung am 17.09.2018 (Beigeordneter Zaum)
Ich beantworte die Anfrage, die mit dem Amt für Statistik und Wahlen und dem Stadtplanungsamt abgestimmt wurde, wie folgt:
zu Frage: Im Jahr 2016 wurden in Düsseldorf 2.014 Wohnungen in neu errichteten Wohn- und Nichtwohngebäuden fertig gestellt, davon 1.985 in Wohngebäuden und 29 in Nichtwohngebäuden.
Im Jahr 2017 wurden 2.074 Wohnungen, davon 2.072 in Wohngebäuden und 2 in Nichtwohngebäuden fertig gestellt (siehe Tabelle).
Jahr | Fertiggestellte Wohnungen in … | ||
| Wohngebäuden | Nichtwohngebäuden | Wohn- und Nichtwohngebäuden insgesamt |
2016 | 1.985 | 29 | 2.014 |
2017 | 2.072 | 2 | 2.074 |
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*Neubau ganzer Gebäude |
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Quelle: IT.NRW. |
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zu Frage 2: Von den 1.985 im Jahr 2016 fertig gestellten Wohnungen in Wohngebäuden waren 479 Eigentumswohnungen; im Jahr 2017 waren von den 2.072 Wohnungen in Wohngebäuden 1.082 Eigentumswohnungen. Unter Wohngebäuden mit Eigentumswohnungen werden in der Bautätigkeitsstatistik Wohngebäude verstanden, die ausschließlich Wohneinheiten enthalten, an denen durch Eintragung im Wohnungsgrundbuch Sondereigentum nach den Vorschriften des Wohnungseigentumsgesetzes begründet worden ist oder werden soll.
Jahr | Wohnungen in Wohngebäuden mit Eigentumswohnungen |
2016 | 479 |
2017 | 1.082 |
*Neubau ganzer Gebäude |
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Quelle: IT.NRW. |
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Fertigstellungen von Sozialwohnungen:
Jahr | Einkommensgruppe A | Einkommensgruppe B |
2016 | 81 | 37 |
2017 | 114 | 42 |
Fertigstellungen von Wohnungen im preisgedämpfenten Mietsegment:
Jahr |
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2016 | 0 |
2017 | 114 |
Die Fertigstellung preisgedämpfter Wohneinheiten wird durch die amtliche Bautätigkeitsstatistik nicht erfasst. Informationen darüber erhält die Verwaltung jeweils über den Nachweis eines Wirtschaftsprüfers zu den einzelnen Projekten bzw. Bebauungsplangebieten. Dieser Nachweis ist für die Dauer der Bindungsfrist des preisgedämpften Segmentes nach Bezugsfertigkeit der entsprechenden Wohnungen jeweils jährlich im März zu erbringen. Genaue Angaben über den Zeitpunkt der Baufertigstellung der preisgedämpften Wohneinheiten lassen sich somit nicht treffen.
zu Frage 3: Aktueller Bedarf der Wohnungssuchenden:
Registrierte Haushalte nach Dringlichkeit | |
Verbesserungswunsch | 2.244 |
Dringlichkeitsfall | 847 |
Wohnungsnotfall | 1.343 |
Gesamt | 4.434 |
Registrierte Haushalte nach Haushaltsgröße | |
1-Personen-Haushalte | 2.349 |
2-Personen-Haushalte | 818 |
3-Personen-Haushalte | 484 |
4-Personen-Haushalte | 384 |
5-Personen-Haushalte | 220 |
6-Personen-Haushalte | 129 |
7-Personen-Haushalte | 33 |
8-Personen-Haushalte | 11 |
9-Personen-Haushalte | 5 |
10-Personen-Haushalte | 1 |
Über die Nachfrage nach Eigentumswohnungen liegen der Verwaltung keine Informationen vor.
