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Wärmeisolierung Düsseldorfer Dächer

Ausschuss für Umweltschutz

Anfrage der Fraktion DIE LINKE. zur Sitzung des Ausschusses für Umweltschutz am 27.09.2012:

Wie der Presse zu entnehmen war, hat die Stadt Bocholt, die als „Klimakommune NRW“ ausgezeichnet wurde, Wärmebildaufnahmen der Stadt aus einem Kleinflugzeug heraus anfertigen lassen. Laut Spiegel.de vom 10.07.2012 fielen dabei 700 unzureichend isolierte Dächer auf. Wärmebildaufnahmen aus der Luft stellen eine sinnvolle Ergänzung zu Aufnahmen von der Straße aus dar, da zusätzliche Wärmeverlustquellen erkennbar werden. Die Daten werden genutzt, um diejenigen GebäudeeigentümerInnen mit dem größten Einsparpotenzial an CO2-Äquivalenten vorrangig durch geschultes Personal auf die Möglichkeiten der energetischen Gebäudesanierung anzusprechen.

Vor diesem Hintergrund fragt DIE LINKE. Ratsfraktion Düsseldorf an:

  1. Lassen sich Wärmebildaufnahmen aus der Luft in das Klimaschutzkonzept der Stadt Düsseldorf einbauen?

  2. Kann diese Maßnahme zu einer höheren Auflösung im bereits vorhandenen Wärmekataster führen, das bisher nur den Wärmeverbrauch je Häuserblock ausweist?

  3. Wird die gebäudesanierungsspezifische Beratung in Düsseldorf mit Berücksichtigung von Wärmebildaufnahmen der Dächer verbessert?

Freundliche Grüße


Stephan Ungeheuer                        Anja Vorspel                        Odd Krause


Antwort der Verwaltung durch Beigeordnete Stulgies:

Frage 1:
Lassen sich Wärmebildaufnahmen aus der Luft in das Klimaschutzkonzept der Stadt Düsseldorf einbauen?

Antwort:
Im Klimaschutzkonzept der Stadt Düsseldorf fällt dem privaten Gebäudesektor eine wichtige Rolle zu. Bereits seit vielen Jahren berät die Serviceagentur Altbausanierung SAGA private Hauseigentümer. Dazu wurde unter anderem auch die Düsseldorfer Gebäudetypologie erstellt, in der jeder Haustyp mit typischer Bauweise, Energieverlusten und Sanierungspotentialen erfasst ist. Mit dem Wärmekataster liegen auf Baublockebene detaillierte Angaben zum Wärmebedarf vor. Diese umfassenden Daten bilden eine gute Grundlage für das Klimaschutzkonzept der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Zusätzliche Wärmebildaufnahmen aus der Luft stellen für die Einschätzung des Sanierungsbedarfes von Gebäuden nur eine untergeordnete Rolle dar.


Frage 2:
Kann diese Maßnahme zu einer höheren Auflösung im bereits vorhandenen Wärmekataster führen, das bisher nur den Wärmeverbrauch je Häuserblock ausweist?

Antwort:
Das Wärmekataster stellt den Wärmebedarf der Düsseldorfer Wohnimmobilien im Stadtgebiet dar und ist ein Planungsinstrument der Verwaltung für eine zielgerichtete und nachhaltige Planung der Wärmeversorgung. Sanierungsbedarfe von Wohnimmobilien werden dadurch sichtbar und die Stadtverwaltung wirbt mit diesen Erkenntnissen gezielt für das Förderprogramm „Klimafreundliches Wohnen in Düsseldorf“. Die Ermittlung des tatsächlichen Sanierungsbedarfs auf Häuserebene muss immer vor Ort erfolgen. Um den Wärmeverlust der Immobilien dem Nutzer sichtbar zu machen, fördert die Stadt die Erstellung von Thermografieaufnahmen. Aber auch hier bedarf es einer individuellen Auswertung bzw. Beratung am Objekt. Allein aus den Thermogrammen lässt sich kein gebäudespezifischer Wärmeverbrauch ableiten. Hierzu sind weitere, individuelle Angaben wie beispielsweise die Baualtersklasse, spezifische Verbräuche etc. notwendig, die mit solchen Aufnahmen nicht geliefert werden.


Frage 3:
Wird die gebäudesanierungsspezifische Beratung in Düsseldorf mit Berücksichtigung von Wärmebildaufnahmen der Dächer verbessert?

Antwort:
Wärmebildaufnahmen können einen guten Einstieg in ein Beratungsgespräch darstellen. Die farbigen Abbildungen erwecken Aufmerksamkeit und machen Wärmeverluste über die Fassaden und Fenster sichtbar. Mit den Thermografieaktionen der vergangene Jahre und der Förderung von Thermogrammen der Außenfassade über das Förderprogramm „Klimafreundliches Wohnen in Düsseldorf“ wurden gute Erfahrungen gemacht. Da die energetische Beurteilung von Dächern im Gegensatz zu den Außenwänden deutlich einfacher ist, ist eine umfassende Erfassung der Dachflächen mit Wärmebildern entbehrlich.

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